Seit dieser Woche gibt es Wegovy auch in Tablettenform. Hersteller Novo Nordisk will damit auch Menschen mit Spritzenphobie die Therapie ermöglichen. Doch egal ob Spritze oder Tablette: Vor allem der Preis bleibt die wichtigste Hürde, denn die Kassen tragen die Kosten für das als Lifestyle-Medikament eingestufte Präparat nicht. Doch die GLP-1-Nutzung steigt weiter – das hat auch Folgen für die Umsätze in Supermärkten.
Zum Marktstart der Wegovy-Pille hat das Marktforschungsunternehmen Yougov Daten gesammelt. Dabei kam heraus: Die Darreichungsform spielt durchaus eine Rolle bei der Frage, ob man die medikamentöse Adipositas-Therapie beginnen möchte, doch noch schreckt der Preis viele potenzielle Nutzer ab.
Bei der Umfrage unter Personen, die abnehmen möchten und sich vorstellen können, dazu Medikamente zu nutzen, nennen laut Yougov 16 Prozent die Injektion als persönliche Hürde. 48 Prozent meinten, dass sie dann eher mit der Tablette eine entsprechende Medikation starten würden.
Die höchste Barriere sind aber die selbst zu tragenden Kosten – für 63 Prozent der Befragten. Dabei würden 64 Prozent aller Umfrageteilnehmer:innen bei geringeren Kosten oder gar einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse eher eine Therapie beginnen.
20 Prozent der Interessierten gaben zudem an, eine telemedizinische Beratung und Verschreibung vorzuziehen.
Zudem hat Yougov per Umfrage bestätigt, dass sich das Konsumverhalten bezüglich Lebensmitteln und Getränken durch die GLP-1-Nutzung verändert. In Haushalten mit mindestens einer Person, die innerhalb des letzten Jahres eine Therapie begonnen hat, reduzierte sich die Einkaufsmenge währenddessen im Durchschnitt um 3 Prozent gegenüber dem Zeitraum vor Beginn der Medikation.
Das entspricht laut Yougov bezogen auf den Umsatz im deutschen Gesamtmarkt für diesen Bereich einem bereinigten Umsatzrückgang von rund 325 Millionen Euro pro Jahr. Doch daran könnten nicht nur der verringerte Appetit und das länger andauernde Sättigungsgefühl schuld sein, sondern auch eine generelle Umstellung der Essgewohnheiten. Während klassische Snack-, Süßwaren- und Getränkekategorien sich rückläufig entwickeln, werden gesundheitsorientierte Kategorien wie Obst, Gemüse und proteinreiche Lebensmittel bevorzugt.
„GLP-1 ist nur die Spitze des Eisbergs. Hinter dem wachsenden Interesse an diesen Medikamenten steht ein deutlich breiterer Trend: Verbraucher beschäftigen sich immer stärker mit langfristiger Gesundheit, Prävention und Longevity. Für Hersteller und Händler bedeutet das, dass sich die Nachfrage nicht nur zwischen Marken und Kategorien verschiebt, sondern sich zunehmend entlang des wahrgenommenen Gesundheitsnutzens von Produkten entwickelt“, so Petra Süptitz, Director Insights & Future Growth bei Yougov.
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