Die Forschungsstudie „DELTA-RCT“ hat untersucht, ob das Schilddrüsenmedikament Levothyroxin bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion sicher abgesetzt werden kann. Das Ziel: Die Studie soll zeigen, wie sich medizinisch nicht notwendige Behandlungen einsparen lassen, ohne die Patientensicherheit zu gefährden.
Mit der Frage, ob das Schilddrüsenmedikament Levothyroxin (bis maximal 50 Mikrogramm) bei Patientinnen und Patienten mit einer leichten Schilddrüsenunterfunktion sicher und ohne Nachteile abgesetzt werden kann, beschäftigt sich die Studie mit dem Titel „Das Absetzen von Levothyroxin bei Patientinnen und Patienten mit latenter Hypothyreose“ unter der Leitung der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (TUD), initiiert von einem gemeinsamen Forschungsteam der Universitäten Dresden, Leipzig und Cottbus.
Der Hintergrund: Bei einer latenten Unterfunktion sind Betroffene, oft Frauen und ältere Menschen, meist symptomfrei. Sie haben aber einen leicht erhöhten TSH-Wert. Obwohl der Nutzen des Medikaments in diesem Stadium wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist, wird es sehr häufig und über Jahre hinweg verschrieben.
Die Untersuchung ist als doppelblinde, multizentrische Studie konzipiert. Patientinnen und Patienten, die maximal 50 Mikrogramm Levothyroxin einnehmen, werden zufällig in drei Gruppen aufgeteilt:
Über mehrere Monate hinweg begleiten Hausärzte die Teilnehmenden und erfassen regelmäßig Schilddrüsenwerte, Beschwerden sowie die Lebensqualität.
Bisher gibt es noch keine Ergebnisse, da die Studie unter Projektleiterin Dr. Karen Voigt langfristig angelegt ist und noch bis Juni 2030 läuft. Das Ziel ist es herauszufinden, ob das Absetzen für Patientinnen und Patienten genauso sicher ist wie die Weiterbehandlung. Geplant ist, sowohl den Prüfplan als auch die späteren Studienergebnisse für das Fach- und Laienpublikum unter enger Beteiligung eines eigens gegründeten Patienten- und Hausärzte-Beirats zu veröffentlichen.
Eine latente Hypothyreose ist die Frühform einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Schilddrüsenhormone freies T3 und T4 im Blut sind noch völlig im Normbereich. Die Schilddrüse arbeitet noch ausreichend. Der Steuerungswert im Blut (TSH) ist jedoch erhöht. Die Schilddrüse wird träger und muss mit mehr TSH angetrieben werden, damit sie genug Hormone produziert.
Das Besondere an der latenten Unterfunktion ist, dass sie meistens überhaupt keine Symptome verursacht, also asymptomatisch verläuft. Sie wird fast immer zufällig bei einer Routine-Blutuntersuchung entdeckt.
In etwa 25 Prozent der Fälle können sich jedoch leichte, oft sehr uneindeutige Beschwerden bemerkbar machen:
Weil diese Symptome sehr mild und unspezifisch sind, ist es medizinisch so umstritten, ob man hier direkt mit Hormontabletten wie Levothyroxin eingreifen muss – genau das untersucht die DELTA-RCT-Studie.
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