App der Pharmaindustrie

„Digitale Hausapotheke“: Standleitung zum Patienten Lothar Klein, 18.02.2020 14:43 Uhr

Berlin - Seit zwei Jahren bietet die App „Digitale Hausapotheke“ einen Medikationsplan zur Steuerung der Arzneimittelmitteleinnahme an. Über 40.000 Patienten nutzen nach Angaben der Firma Ligari die App für ihre Medikation. Hinter dem harmlos klingenden Namen verbirgt sich allerdings ein Geschäftsmodell: Über die App können die Arzneimittelhersteller direkt auf die Patienten einwirken – gegen Bezahlung. Die Patienten werden vor der Nutzung der „Digitalen Hausapotheke“ aber nicht über die geschäftlichen Interessen aufgeklärt.

Die App kommt in der Firmenwerbung daher wie eine praktische Alltagshilfe für die Nutzer: „Die digitale Hausapotheke mit Medikationsplan hilft Ihnen ihren Medikamentenbestand einfach, übersichtlich und effektiv zu verwalten. Außerdem haben Sie immer im Blick, welche Arzneimitteleinnahme gerade ansteht, was Sie bereits eingenommen haben, welche Medikamente zur Neige gehen oder bald ablaufen. Meine Medikamente. Auf einen Blick. Jederzeit, an jedem Ort“, so die Werbung auf der Firmen-Internetseite. Per Push-Nachricht informiert die App ihre Nutzer beispielsweise über den Zeitpunkt der Einnahme.

Nach dem Download werden die Nutzer der App zunächst gebeten, ihre Arzneimittel einzuscannen. „Mit dem Scan legitimiert der Patient die Hersteller zur Kommunikation“, erläutert Geschäftsführer Thomas Pfannemüller. Darüber werde der Nutzer aber nicht ausdrücklich hingewiesen, räumt er ein. Die Hersteller bezahlen für den direkten Draht zum Patienten laut Pfannemüller unterschiedlich hohe Beträge – verraten will er sie nicht. So läuft das Geschäftsmodell.

Ziel der Hersteller sei, auf diese Weise die Therapietreue der Patienten zu verbessern, beteuert Pfannemüller. Vermeiden wollten die Hersteller auf diesem Weg, dass wegen fehlerhafter Anwendung der Arzneimittel das Therapieziel verfehlt werde und der Arzt beim nächsten Besuch dem Patienten möglicherweise deswegen ein anderes Arzneimittel verordne. Nach dem Scan erhalte der Patient vom Hersteller daher Hinweise über die korrekte Anwendung seiner Produkte. Das können Videos über die korrekte Anwendung sein, aber auch weitergehende Informationen und neue Erkenntnisse. „Im Beipackzettel steht in der Regel, was passiert, wenn der Patient das verordnete Arzneimittel einnimmt“, so Pfannemüller. Über die App könnten Hersteller aber auch Informationen liefern, was bei Nichteinnahme passieren könne.

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