Deal mit Rechenzentrum, Bank und Großhandel

Ein Rettungsplan für AvP-Apotheken

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Berlin -

Die Insolvenz des Rechenzentrums AvP stellt die abrechnenden Apotheken vor große Herausforderungen – und teilweise existenzgefährdende Liquiditätsprobleme. Die Branche sucht kollektiv nach Wegen aus der Krise. Steuerberater Dr. Bernhard Bellinger hat einen Lösungsansatz entwickelt, bei dem ein neues Rechenzentrum, die Bank und der Hauptlieferant zusammengebracht werden.

Seit vergangener Woche hatte AvP Probleme mit der Auszahlung, viele Apotheken warten noch immer auf die Abschlagszahlung. „Nach einer ersten Durchsicht scheint es grob 120.000 Euro je durchschnittliche Apotheke zu sein. Die Beträge liegen allerdings vereinzelt deutlich höher, je nach Größenklasse bei 800.000 Euro und mehr“, so Bellingers Einschätzung. Die Situation hat sich heute verschärft, weil die Bafin bekannt gegeben hat, dass der Sonderbeauftragte Insolvenz für AvP angemeldet hat.

Die Apobank zeigt sich laut Bellinger sehr kooperativ und räumt Kreditlinien ein, damit die Apotheken den Großhandel bedienen können. Um den Apotheken die liquide Operabilität offenzuhalten, schlägt der Steuerberater und Rechtsanwalt folgende Konstruktion als sinnvoll vor:

Neben dem Apotheker sollten eine Bank (zum Beispiel die Apobank), ein neues Rechenzentrum sowie der hauptsächlich liefernden Großhändler ins Boot geholt werden.

Dieses Quartett sollte dann laut Bellinger folgende Vereinbarung treffen: „Der Apotheker belegt über die Abrechnung von AvP den bislang nicht ausgezahlten Betrag. Dieser wird auf die drei oben genannten Partner wie folgt verteilt: Die Bank gewährt einen Kredit über ein Drittel des Betrages, bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent p.a. Der Kredit ist tilgungsfrei, aber jederzeit voll tilgbar und zunächst befristet auf einen Korridor von zwölf Monaten. Für die Apobank müsste das eine willkommene Gelegenheit sein, sich als führende Ständebank zu rehabilitieren und etablieren.“

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