Zeitschriftenmarkt

Drogerie, Biomarkt und Apotheke – die Burda-Strategie APOTHEKE ADHOC, 01.10.2018 15:15 Uhr

Berlin - Ein „Zukunftspakt“ für die Apotheke klingt gut, aber hinter der Kooperation des Medienkonzerns Burda mit dem Großhändler Noweda stehen auch ganz schlichte wirtschaftliche Zwänge. Denn das Geschäft mit Zeitschriften ist rückläufig, wie Burda-Vorstand Philipp Welte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) einräumte. Neben den Apotheken will Burda daher auch Drogerien und Biosupermärkte mehr in den Fokus nehmen.

Zwar findet Welte den Rückgang beim Absatz von Zeitschriften im 10 Prozent „in der Tat beunruhigend“, man selbst sei aber nur mit 2 bis 3 Prozent betroffen. Und „grundsätzlich lieben die Deutschen ihre Zeitschriften“, so Welte. 2017 wurden nach seinen Angaben fast 1,6 Milliarden Zeitschriften verkauft. Allein Burda verkaufe hierzulande pro Minute 485 Zeitschriften.

Ein grundsätzliches Problem für Magazine sieht Welte aber doch, und das ist ein externes. Da der Trend zu immer größeren Supermärkten mit mehr Kassen gehe, sinke schon die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden an einem Zeitschriftenregal vorbeikomme. „Also müssen wir die Präsentation unserer Produkte verbessern, wir müssen uns neue Einzelhändler erschließen, ich denke an Bio-Supermärkte und Drogerien, erklärte er gegenüber der SZ.

Die andere Möglichkeit sind Innovationen, und dazu zählt Welte das neue Magazin My Life – in Zusammenarbeit mit Noweda. Das Heft soll ab Anfang 2019 mit einer Auflage von einer Million alle 14 Tage in der Apotheke erscheinen. Auch bei der SZ ist die erste Assoziation dazu „Apotheken-Umschau“. Welte erklärt: „My Life ist eine innovative Alternative in einem attraktiven Markt, in dem es bislang ein Monopol gibt. Sie ist inhaltlich anders ausgerichtet, es geht weniger um Krankheiten als um einen gesunden Lifestyle.“

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