Dr. Theiss

Frauenversteher aus Homburg Carolin Bauer, 27.06.2018 10:04 Uhr

Berlin - Fast wäre Professor Dr. Peter Theiss in Japan gelandet. Nach Pharmaziestudium und Promotion erhielt er in den 1970er Jahren einen Forschungsauftrag in Ostasien, folgte aber dem Ruf seines Vaters und übernahm die Markt-Apotheke in Homburg. Mit 34 Jahren gründete er sein eigenes Unternehmen und bewies Kritikern schnell, dass der „Tee-Theiss“ mit Naturheilmitteln den Nerv der Zeit traf. Mit dem feinen Gespür für das richtige Produkt zur richtigen Zeit legte seine Firma zuletzt mit dem Fokus auf Wimpern einen Senkrechtstart in Apotheken hin.

Dr. Theiss Naturwaren feiert in diesem Jahr 40. Bestehen. Der Firmenchef studierte in München Pharmazie. Im Anschluss wechselte er 1971 als Doktorand im Bereich Neuropharmakologie an das Max-Plack-Institut für Psychiatrie. 1976 übernahm er die Apotheke seines Vaters. Die Wahl für Homburg und gegen Japan hat er nie bereut: „Ich habe mich damals richtig entschieden“, sagt Theiss.

Der heute 73-Jährige machte sich gleich zu Beginn einen Namen mit seinen selbstentwickelten Hausspezialitäten. „Ich war sehr enthusiastisch für alles, was mit Heilkräutern und Natur zu tun hatte“, sagt Theiss. Im eigenen Labor entwickelte er Kräutertee-Mischungen, Schweden-Bitter und Ringelblumen-Salbe. Die Kreationen bewarb er mit Vorträgen in Kneipp- und Hausfrauenvereinen.

Die Motivation und sein Engagement zahlten sich schnell aus. „Die Frauen kamen zu mir in die Apotheke und wollten meinen Tee kaufen.“ Zwei Jahre nach der Übernahme der Apotheke gründete er 1978 sein eigenes Unternehmen. „Ich wurde damals von anderen Apotheker belächelt und der ‚Tee-Theiss‘ genannt.“ Doch die Skeptiker verstummten schnell, als sich der Erfolg einstellte. „Viele Firmen haben sich im Anschluss den grünen Anstrich gegeben“, so Theiss.

1984 kam Guiseppe Nardi in das Unternehmen. Der heutige Geschäftsführer begann in Homburg seine Lehre als Industriekaufmann. Schnell stellte sich heraus, dass der Saarländer mit italienischen Eltern und der Apotheker ein gutes Team waren. „Wir haben uns gut ergänzt und sind zusammengewachsen“, sagt Nardi. Nach seiner Ausbildung war Nardi zunächst im Exportgeschäft eingespannt. Nach dem Mauerfall etwa – Theiss hatte die Apotheke gerade verkauft – fuhren beide in die neuen Bundesländer, den Kofferraum gefüllt mit Produkten.

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