Porträt

Dr. Theiss: Magenbitter und Kosmetik

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Berlin -

Mit Vorträgen in Kneipp- und Hausfrauenvereinen machte sich Dr. Peter Theiss Ende der 1970er Jahre einen Namen. Der Apotheker informierte über Naturheilmittel und zog dadurch die Kunden in seine Apotheke. Die Nachfrage nach seinen „Hausspezialiäten“ war so groß, dass Theiss 1978 die Produktion aus der Apotheke ausgründete. In diesem Jahr feiert der saarländische Hersteller sein 35-jähriges Bestehen.

Theiss übernahm 1976 die väterliche Markt-Apotheke in Homburg. Im eigenen Labor entwickelte er Kräutertee-Mischungen, Schweden-Bitter und Ringelblumen-Salbe. Bereits 1980 wurden die Produkte erstmals ins Ausland verkauft.

Sechs Jahre später stieg Wella bei Theiss ein. Der Unternehmer wollte mit dem neuen Partner und dessen finanzieller Stärke das schnelle Wachstum sicherstellen. Der Haarpflegemittelhersteller, der heute zu Procter & Gamble gehört, wollte laut Theiss mit dem Zukauf in den Apotheken Fuß fassen.

Doch die Partner hatten unterschiedliche Vorstellungen, weshalb der Apotheker 1995 seine Anteile zurückkaufte. Heute teilt sich Theiss die Geschäftsführung mit Giuseppe Nardi, der für Marketing, Vertrieb und das Exportgeschäft verantwortlich ist. Der Gründer ist heute selbst noch weltweit mit Vorträgen auf Tour.

Das Sortiment wurde in den vergangenen Jahren durch Zukäufe erweitert: 2000 hatte der Unternehmer Lacalut von Boehringer Ingelheim erworben. Die Zahnpflegemarke wurde 1928 eingeführt und bereits seit 1990 von Dr. Theiss vertrieben.

Hierzulande ist Dr. Theiss hauptsächlich mit der Marke medipharma cosmetics bekannt. Die Kosmetikserie wurde 2002 eingeführt. Drei Jahre später investierte Theiss erneut: Er übernahm die Firma Allga Pharma mit der Marke Allgäuer Latschenkiefer. Während die Produktion darauf nach Homburg verlegt wurde, werden die Rohstoffe noch immer im Allgäu angebaut.

2012 wurden in Deutschland die homöopathischen Dr. Theiss Grippetropfen eingeführt, eine eigene Produktserie. Seit Januar gibt es die Heilquellen Kosmetik. Dafür hat der Unternehmer die Augusta-Quelle im Saarland gekauft.

Heute sind am Unternehmenssitz und in den drei Werken rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit sind es rund 1500. In Deutschland gehen knapp 50 Mitarbeiter in die Apotheken. Seit 2012 schickt Dr. Theiss neben dem Außendienst auch eigene Schulungsteams in die Offizin.

Im vergangenen Jahr sanken die Umsätze um 3 Prozent auf rund 216 Millionen Euro. Das Minus ging vor allem auf das rückläufige Geschäft in Osteuropa zurück, der Auslandsanteil liegt insgesamt bei 60 Prozent. In Deutschland entwickelte sich das Geschäft positiv: Der Umsatz stieg auf rund 126 Millionen Euro (plus 4 Prozent). In diesem Jahr will der Hersteller wieder auf allen Märkten ein positives Wachstum erzielen.

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