Lieferfähigkeit sichern

Dermapharm übernimmt Wobenzym

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Berlin -

Wobenzym gehört ab sofort zu Dermapharm. Mit der Übernahme soll die Lieferfähigkeit der systemischen Enzymtherapie gesichert werden. 

Der Mittelständler aus Grünwald führt die über 50-jährige Geschichte von Wobenzym fort und stärkt damit das Indikationsgebiet für Beschwerden des Bewegungsapparates. „Vor allem wird aber die langfristige Lieferfähigkeit und Verfügbarkeit des Präparats sichergestellt – und damit auch die kontinuierliche Versorgung von Patientinnen und Patienten“, so das Unternehmen.

Zuletzt war Wobenzym von Lieferengpässen betroffen. „Mit der Übernahme durch Dermapharm setzt das Unternehmen ein klares Zeichen für Stabilität und Versorgungssicherheit.“ Möglich machten dies optimierte Produktions-und Logistikprozesse.

Das entzündungshemmende Arzneimittel basiert auf einer Kombination der proteolytischen Enzyme Bromelain und Trypsin sowie dem Flavonoid Rutosid. Wobenzym kann entzündliche Prozesse aufgrund der durchblutungsfördernden, antiinflammatorischen und abschwellenden Eigenschaften der Inhaltsstoffe beeinflussen. Die Kombination hat sich bei Schwellungen, Entzündungen oder Schmerzen als Folge von Verletzungen sowie schmerzhaften und aktivierten Arthrosen bewährt.

Die Wobenzym-Geschichte

Wobenzym gehörte zuvor zum Mucos-Portfolio. Dermapharm hatte Ende letzten Jahres Kaufinteresse bekundet. 1949 gegründet, hat Mucos eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach dem Tod des langjährigen Firmeninhabers Karl Ransberger geriet das Unternehmen mit Firmensitz in Berlin und München 2005 in einen Investorenstreit: Haupt Pharma musste damals zusehen, wie die Beteiligungsgesellschaft Invita des Unternehmers Otto Prange den Zuschlag für das Unternehmen erhielt. Der Berliner Lohnhersteller wurde vom eigenen Mehrheitsaktionär ausgestochen; Invita war damals mit rund 80 Prozent an Haupt Pharma beteiligt.

Schon zwei Jahre später wurde Mucos 2007 an den kanadischen Hersteller Atrium Innovations verkauft. 2017 wurde Atrium selbst durch Nestlé übernommen, parallel zur Marke Pure Encapsulations, die hierzulande allerdings durch Promedico vertrieben wird. Heute beschäftigt Mucos rund 100 Angestellte.

Allerdings hatte der Lebensmittelriese zuletzt wohl wenige Freude am Geschäft mit Enzympräparaten. Die Umsätze haben sich in den vergangenen fünf Jahren auf zuletzt 29 Millionen Euro nahezu halbiert. Nach ersten Rückgängen in der Pandemie trübte 2022 auch noch ein Engpass bei einem Inhaltsstoff das Geschäft. Im vergangenen Jahr brach der Exportumsatz wegen regulatorischer Probleme in Tschechien von 24 auf 7 Millionen Euro ein. Unter dem Strich stand 2024 ein Verlust, der mit 32 Millionen Euro größer als der Umsatz war.

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