„Apotheker unterschätzen ihre Macht“

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Berlin - Softwareanbieter Wave fordert die Apotheken auf, sich stärker in der digitalen Kundenkommunikation zu engagieren und die eigenen Webauftritte zu stärken. Nur so könne sich die Branche gegen den Versandhandel behaupten. Würde jede Apotheke dafür 10.000 Euro im Jahr aufwenden, seien das fast 200 Millionen Euro Werbeetat für die Branche.

Immer mehr Apotheker würden sich demnach bewusst, dass es jetzt an der Zeit ist, sich gegen den Versandhandel zu positionieren – denn noch gäbe es die Chance, das Wachstum der Versandhändler einzudämmen. „Die derzeitige Diskussion dreht sich um genau das Thema, das wir bei Wave schon seit mehreren Jahren an die Apotheker tragen: Endkunden im Netz auf die Vorteile der Vor-Ort-Apotheken aufmerksam zu machen und diese zu stärken“, sagt Oliver Prönnecke, Geschäftsführer von A-plus Service, die hinter Wave stehen.

Die hauseigenen Websites dürften nicht nur einen Shop haben, sondern müssten auch die Leistungen der jeweiligen Vor-Ort-Apotheke abbilden, die heutzutage von Telepharmazie über Botendienst bis hin zu aktuellen Themen wie Buchungsfunktion für den digitalen Impfpass reichen. „Schon im letzten Jahr habe ich betont, dass Vor-Ort-Apotheken bundesweit als Gemeinschaft eine Stärke aufbringen könnten, die sie absolut wettbewerbsfähig macht. Sie müssen sich dieser nur bewusst werden – und auch entsprechend handeln“, so Prönnecke.

Oftmals würden Apotheker ihre Macht noch unterschätzen, weil sie sich häufig als Einzelunternehmer sehen. Das sei jedoch irreführend: Stattdessen gelte es, die Gesamtheit der Vor-Ort-Apotheken zu sehen, die zusammen die Möglichkeit hätten, direkt vor Ort und auf lokaler Ebene die Kunden anzusprechen und sie auf die vielen verschiedenen Leistungen aufmerksam zu machen, von Online-Bestellungen, Botendienst, Online-Chats und Telemedizin sowie noch kompetenter und persönlicher Beratung. „Dieses Leistungsangebot müssen Apothekerinnen und Apotheker aber auch an ihre Kundschaft kommunizieren, damit diese davon weiß.

Er rechnet weiter: Würde das dazu führen, dass jede der 18.753 Apotheken nur fünf Bestellungen pro Tag über ihren eigenen Online-Shop erhält, seien das deutschlandweit immerhin fast 100.000 Bestellungen, die nicht an den Versandhandel gehen. „Nur mit digitalen Leistungen schaffen es die Vor-Ort-Apotheken wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Prönnecke. „Es gilt nun, das Momentum des Aufwachens gegen den Versandhandel zu nutzen und aktiv zu werden.“ Es dürfe nicht bei Werbekampagnen bleiben, sondern Apotheker müssten in digitale Leistungen investieren und Kunden auf ihre eigene URL führen, so Prönnecke. „Nur so können Patienten sich davon überzeugen, dass die Apotheke in ihrer Nähe die gleichen Leistungen anbietet wie DocMorris & Co. – und dazu noch persönliche Beratung, die auf alle Fragen und Probleme eingeht.“

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