„Apothekenexklusiv“: Eucerin greift Vichy an | APOTHEKE ADHOC
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„Apothekenexklusiv“: Eucerin greift Vichy an

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Berlin -

Hersteller von Apothekenkosmetik versuchen mit Selektivverträgen, ihr Sortiment nicht an Drogerien und den Lebensmitteleinzelhandel zu verlieren. Der französische Kosmetikkonzern L'Oréal wirbt für Vichy mit der Aussage „Exklusiv in Ihrer Apotheke“. Der Slogan geht Beiersdorf zu weit. Der Wettbewerber hat Klage vor dem Landgericht Hamburg (LG) eingereicht.

Beiersdorf verzichtet in TV-Spots und Printwerbung für Eucerin auf den Hinweis zur Apothekenexklusivität. Trotz des Selektivvertrages sei es nicht ausgeschlossen, dass die Produkte auch im Mass Market auftauchten und vertrieben würden, sagt eine Sprecherin. Deshalb sei die Auslobung eines ausschließlich exklusiven Vertriebs beziehungsweise einer ausschließlich exklusiven Erhältlichkeit in der Apotheke rechtlich nicht zulässig.

Selbstverständlich stütze auch Beiersdorf mit Eucerin den selektiven Vertrieb der Produkte über die Apotheken, sagt sie. „Aus Gründen der Chancengleichheit und zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen sollte daher aus unserer Sicht kein Wettbewerber auf dem Dermokosmetikmarkt mit dem exklusiven Vertrieb oder einer exklusiven Erhältlichkeit in der Apotheke werben.“

L'Oréal will eine Abweisung der Klage erreichen. „Sollte dies allerdings nicht gelingen, könnten wir gerichtlich gezwungen werden, die Aussage 'Exklusiv in Ihrer Apotheke' in Zukunft zu unterlassen“, heißt es in einem Schreiben von Vichy-Geschäftsleiter Stefan Geister und Vertriebschef Thomas Faschian. Bislang handele es sich um ein schriftliches Vorverfahren, sagt ein Gerichtssprecher. Termine zur mündlichen Verhandlung stünden noch nicht in Aussicht.

Die Angabe werde seit Jahren in der Kommunikation mit Konsumenten genutzt, so Geister und Faschian. Ein Verbot wäre bedauernswert, insbesondere weil die Drogeriemarktkette dm künftig keine Apothekenmarken mehr führen werde. Auch künftig werde der selektive Vertrieb über Apotheken geschützt – wenn möglich auch gerichtlich. Der französische Kosmetikkonzern war Ende 2012 mit einer einstweiligen Verfügung gegen einen saarländischen Graumarkthändler vorgegangen.

Doch auch mit der Sperrung von Apotheken konnten die Düsseldorfer die Verkäufe in Drogerien nicht stoppen. Immer wieder wurde Vichy und La Roche-Posay im Einzelhandel angeboten. Der Konzern weist zurück, die Ware außerhalb von Apotheken anzubieten: Der Verkauf vereinzelter Produkte sei ohne das Zutun von L'Oréal geschehen.

Auch andere Hersteller von Apothekenkosmetik weisen regelmäßig zurück, die Ware außerhalb des Großhandels und der Apotheken zu verkaufen. Dennoch landen Avène, Eubos, Medipharma, frei, Bepanthol immer wieder in Drogerieregalen. dm hat vor drei Wochen eine Strategieänderungen angekündigt. Die Kette wird wegen unzuverlässiger Warenlieferungen keine Apothekenkosmetik mehr anbieten.

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