Apotheken-Siegel auf der Kippe | APOTHEKE ADHOC
Apothekenexklusivität

Apotheken-Siegel auf der Kippe

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Berlin -

Fällt die Apothekenexklusivität als Werbeaussage, hat auch die Marketing Gesellschaft Deutscher Apotheker (MGDA) ein Problem. Das zur ABDA-Tochter Avoxa gehörende Unternehmen stellt Herstellern seit 1982 Logos zur Verfügung, die auf den Vertriebsweg hinweisen. Mitmachen dürfen diejenigen, die eine Gebühr zahlen.

Die MGDA nimmt Partner unter Vertrag, die apothekenexklusive oder -pflichtige Waren vertreiben. Seit Gründung wird das Signet „Nur in der Apotheke“ vergeben, seit 1997 gibt es für apothekenpflichtige Produkte zusätzlich ein Symbol mit dem Claim „Gesundheit aus der Apotheke – Sicherheit durch Beratung“.

Das Qualitätssiegel findet auf den Präparaten seinen Platz und soll Kunden vermitteln, das die Abgabe nach qualifizierter individueller Beratung erfolgt. Zu den etwa 20 Partnern zählen Firmen wie Stada, Wick, GSK, Klosterfrau, Medice, Rausch und Birken. Produkte wie Eunova, Grippostad, Ladival und Imlan tragen das Zeichen. Dienstleistungspartner wie Lauer-Fischer geben sich mit einem dritten Symbol als „Partner der MGDA“ zu erkennen. Eine Pflicht, das Siegel zu verwenden, gibt es nicht.

Im Vertrag verpflichten sich die Hersteller, ihre Produkte apothekenexklusiv zu vermarkten. Laut MGDA versichern die Firmen, den Vertrag einzuhalten; wie die Ware dann in die Regale der Drogerie kommt, kann nicht nachvollzogen werden.

„Apothekenexklusivität ist kein Rechtsstatus und kann deshalb nicht sanktioniert werden“, so eine Sprecherin. Produkte der Centrum-Reihe sind zeitweise in den Drogerien zu finden, nutzen aber trotzdem das „Nur in der Apotheke“-Zeichen. Da Hersteller die Drogerien nicht direkt beliefern, vermutet man in Eschborn andere Kanäle. Man prüfe aber nicht, wie die Ware in die Märkte komme, sondern vertraue auf die Hersteller.

Die MGDA versteht sich selbst als Makler zwischen Apotheken und Industrie. Ziel ist die Sicherung des exklusiven Vertriebswegs Apotheke und die Stärkung der Apotheken und ihrer Beratungskompetenz in der Selbstmedikation.

Im Rahmen der Kooperation werden außerdem Mailings durchgeführt. Apotheken können Fortbildungs- und Marketingmodule zu Gesundheitstagen oder Beratungsaktionen buchen, ein Beispiel aus dem Jahr 2013 ist das Profilierungskonzept „Haut aktiv“.

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