Kosmetikhersteller

Beiersdorf intensiviert Arzt-Kontakt

, Uhr
Berlin -

Beiersdorf hat die Betreuung von Ärzten selbst in die Hand genommen. Dazu wurde die Tochterfirma Beiersdorf Dermo Medical gegründet. Statt zwölf externer Außendienstmitarbeiter schickt der Hamburger Kosmetikhersteller jetzt 24 eigene Angestellte in die Praxen. Seit diesem Jahr werden zudem Fortbildungen in der neuen Professor Paul Gerson Unna Akademie angeboten.

Beiersdorf weitete auch die Reichweite der angesprochenen Ärzte aus. Statt wie vorher nur niedergelassene Dermatologen zu besuchen, werden jetzt auch Hautärzte im Krankenhaus und an Unikliniken kontaktiert. Drei Regionalmanager steuern die Außendienstmitarbeiter. Insgesamt sollen 30.000 Kontakte pro Jahr erreicht werden.

In der neuen Akademie will Beiersdorf Ärzte in verschiedenen Indikationsbereichen zum Thema Haut schulen. Ein fünfköpfiges Steuerungsgremium erstellt Fortbildungskonzepte. Dem jährlich wechselnden Komitee gehören 2016 an: Professor Dr. Michael Volkmann (TH Köln), Professor Dr. Sonja Ständer (Uniklinik Münster), Dr. Wolfgang Philipp-Dormston (Klinik links vom Rhein), Dr. Alexander Zink (Technische Universität München), Dr. Gitta Neufang (Beiersdorf).

Das Gremium sammelt und identifiziert Fortbildungsbedarf und Interessensgebiete der Dermatologen. Auf dieser Basis konzipiert Beiersdorf Dermo Medical in Zusammenarbeit mit dem Expertenkreis entsprechende Weiterbildungsangebote. Bei Dermatologen gibt es laut Beiersdorf einen stetigen Schulungsbedarf – zum einen wenn das Studium bereits länger zurückliege oder aufgrund fehlender Studieninhalte. Auch neue wissenschaftliche und technologische Entwicklungen und der „moderne Patient“ seien weitere Gründe.

Das Weiterbildungsangebot umfasst beispielsweise Galenikkurse zu Sonnenschutzformulierungen, präventive Aufklärungsseminare zur Anti-Chronifizierung von Neurodermitis bei Kindern sowie Dermatosen bei Patienten mit Migrationshintergrund. In der Akademie werden Ärzte auch im Patientenmanagement geschult. Inhaltlich gehe es beispielsweise um die Kommunikation mit schwierigen Patienten, Mitarbeiterführung, Hygienemanagement oder Medizinrecht. Für diese Kurse müssen die Ärzte eine Selbstbeteiligung zahlen. Auch im Internet sind Informationen abrufbar.

Die Prof. P. G. Unna Akademie ist nach dem Hamburger Dermatologen (1850 – 1929) benannt. 1881 gründete er eine Privatklinik. In dieser Zeit entstand der Kontakt mit Paul Beiersdorf, mit dem er das erste Produkt des heutigen Kosmetikkonzerns entwickelte: medizinische Pflaster. Auf Unnas Empfehlung hin stellte Beiersdorfs Nachfolger Dr. Oscar Troplowitz den Chemiker Dr. Isaac Lifschütz ein, der den Emulgator Eucerit erfand – den Basisstoff für die heutige Nivea-Creme.

Für Apotheken sind in der Akademie keine Fortbildungen vorgesehen. Beiersdorf besucht das pharmazeutische Personal mit einem eigenen Außendienst. Die Termine werden bedarfsgerecht festgelegt. Im Schnitt werden jährlich rund 5000 Trainings zu Eucerin angeboten.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Apothekenkosmetik zum Anfassen
Mit Aktionstagen gegen Online-Apotheken
Neuer Deutschlandchef
La Roche-Posay statt Lancôme
Mehr aus Ressort
Dividende steigt auf 6 Prozent
Apobank mit Gewinnsprung

APOTHEKE ADHOC Debatte