Pharmakonzerne

16 Milliarden Verlust: Tevas verheerende Jahresbilanz APOTHEKE ADHOC/dpa, 08.02.2018 17:18 Uhr

Berlin - Erneut schlechte Nachrichten bei Teva: Der kriselnde Ratiopharm-Mutterkonzern musste im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf das US-Geschäft einen Verlust von 16,3 Milliarden Dollar verkraften – nach einem Gewinn von 68 Millionen Dollar im Vorjahr. Zudem belastetet das erst jüngst aufgegebene Geschäft in Venezuela das Unternehmen.

Auch für 2018 schockte der Konzern die Anleger mit einem schwachen Ausblick: An der US-Börse brach das Papier im vorbörslichen Handel um rund 8 Prozent ein. „2017 war ein schwieriges Jahr für Teva“, sagte Konzernchef Kare Schultz. Zwischen Januar und Dezember hatte Teva seinen Umsatz leicht um 2 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar steigern können. Bei den für Analysten relevanten bereinigten Kennziffern schloss der Konzern immerhin im Schlussquartal besser ab als gedacht.

Der weltgrößte Generika-Hersteller leidet unter dem zunehmenden Preisverfall auf dem Generika-Markt in den USA, der sich im Schlussquartal noch einmal verstärkt habe. Auch der langjährige Umsatzbringer, das Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone, verliert gegenüber der Konkurrenz. Allein im vierten Quartal brachen die US-Umsätze mit dem Mittel um ein Fünftel ein. Andererseits verzögerte sich der Marktstart für eigene generische Produkte. Für das Generikageschäft schrieb Teva nun mehr als 17 Milliarden Dollar ab, vorrangig davon für Positionen in den USA.

Andererseits hatte der Zukauf von Actavis den Schuldenberg derart gigantisch vergrößert, dass der Konzern bereits im Dezember zur Notbremse griff und einen Abbau von weltweit 14.000 Stellen binnen zwei Jahren verkündete – mehr als ein Viertel der 53.000 Mitarbeiter starken Belegschaft. Auch an den Standorten Ulm, Blaubeuren/Weiler und Berlin werden Jobs abgebaut, insgesamt 270. Das ist jede zehnte Stelle. Das Büro in Berlin schließt komplett, 80 Mitarbeiter sollen nach Ulm umziehen, 20 verlieren ihre Arbeit.

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