Zantac-Klagen abgeschmettert | APOTHEKE ADHOC
GSK, Sanofi und Pfizer

Zantac-Klagen abgeschmettert

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West Palm Beach -

Gute Nachrichten für GSK, Sanofi und Pfizer: Eine Richterin in West Palm Beach in US-Bundesstaat Florida entschied am Dienstag, dass die Pharmakonzerne sich nicht fast 2000 Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Medikaments Zantac gegen Sodbrennen stellen müssen. Bezirksrichterin Robin Rosenberg kam zu dem Schluss, dass die Klagen wissenschaftlich nicht fundiert seien. Bei Rosenberg waren für vorprozessuale Erwägungen Klagen von mehr als 1700 ehemaligen Zantac-Nutzern gegen Marken- und Generikahersteller gebündelt.

Die Kläger hatten argumentiert, die Unternehmen hätten gewusst, dass der Zantac-Wirkstoff Ranitidin, sich unter bestimmten Bedingungen möglicherweise in potenziell krebserregende Nitrosodimethylamine (NDMA) verwandeln könnte.

Das ursprünglich von GSK entwickelte und erstmals in den 80er-Jahren auf den Markt gebrachte Medikament, von dem es später verschreibungspflichtige und rezeptfreie Varianten gab, wechselte mehrfach den Besitzer. Daher sind mehrere Konzerne von den Klagen betroffen.

Im Frühjahr 2020 verbot die US-Behörde FDA sämtliche rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Ranitidin-Produkte wegen inakzeptabler NDMA-Werte, wenig später folgten auch die europäischen Behörden.

Die Furcht vor teuren Rechtsstreitigkeiten hatte die Aktien der Pharmaunternehmen im Sommer auf Talfahrt gehen lassen. Die Erleichterung der Anleger war am Dienstagabend entsprechend groß. GSK verteuerten sich auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zu regulären Börsenschluss um 7,5 Prozent, Sanofi gewannen gut 9 Prozent. Auch die Titel der GSK-Abspaltung Haleon zogen dort um 3,7 Prozent an.

Für Analyst James Gordon von der US-Bank JPMorgan ist der aktuelle Richterspruch das bestmögliche Ergebnis für die Unternehmen. Ein Massenverfahren sei damit erst einmal vom Tisch und das Risiko über andere Rechtswege erscheine deutliche geringer. Da allein in die GSK-Aktien potenzielle Belastungen von rund zehn Milliarden US-Dollar eingepreist seien, dürfte der Kurs sich nun erholen.

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