Entlastung von Pharmazeuten

Stanford: Roboter betreiben Krankenhausapotheke APOTHEKE ADHOC, 09.11.2019 09:04 Uhr

Berlin - Apotheker und PTA müssen oft viel zu viel Zeit für eigentlich unnötige Dinge vergeuden. Viele würden sich wünschen, sich mehr um die wirklich wichtigen Aufgaben kümmern zu können – die Pharmazie. Das neue Klinikum der US-Universität Stanford, das am 17. November eröffnet wird, will ihnen das ermöglichen, indem es eine ganze Roboterflotte für einfache Tätigkeiten heranzieht, vor allem das Stellen der Arzneimittel und ihren Transport.

„Der wahre Wert von Apothekern und pharmazeutisch-technischen Assistenten liegt darin, ihr pharmazeutisches Wissen in der Therapie anzuwenden, nicht darin, Pillen zu zählen“, erklärt Gary Fritz, Digitalchef von Stanford Healhtcare. „So ist in der Versorgungskette nicht jede Aufgabe gleichermaßen bereichernd, vor allem nicht Routinetätigkeiten wie einen Wagen 30 Minuten lang in dieselbe Richtung zu schieben. Bereichernd ist es dann, wenn diese Mitarbeiter ihre Zeit nutzen können, um mit Patienten zu sprechen und so herausfinden können, wie sie ihnen eine bessere Versorgung zugutekommen lassen können.“

Dabei sollen künftig insgesamt 23 Roboter sorgen. 20 von ihnen sind nur für den Transport zuständig. Die 1,20 Meter hohen Maschinen sausen mit 3,2 Kilometern pro Stunde durch das Krankenhaus und können dabei bis zu 500 Kilogramm Gewicht transportieren. Mit Lasern und GPS erschaffen sie eine dreidimensionale Karte ihrer Umgebung, um zu erfassen, ob sie wegen eines Hindernisses anhalten oder es umfahren müssen.

Außerdem haben sie Berührungssensoren: Fasst man sie an, bleiben sie sofort stehen. Die Apothekenmitarbeiter aus Fleisch und Blut können sie stets in Echtzeit tracken. Auch Türen sind kein Problem für sie: Die können sie selbstständig öffnen. Auch für Notfälle sind sie programmiert, im Falle eines Feueralarms machen sie automatisch die Fluchtwege frei. Ein Gespräch kann man mit den Roboterkollegen nicht führen, doch sie können sich mit einigen Sätzen bemerkbar machen: „Ich bin da“, sagen sie beispielsweise bei der Ankunft. Die drei restlichen Roboter sind die Apotheker unter den Maschinenkollegen. „Sie werden in dem neuen Krankenhaus nicht viele Pillen sehen“, schreibt Stanford. „Das ist so, weil die allermeisten von ihnen in drei gigantischen Robotern verstaut sind, die nicht müde werden, nicht in Eile sind und keine Fehler machen, wenn sie den Patienten Arzneimittel stellen.“ Zwei von ihnen „sind nicht genau das, was man sich gemeinhin unter einem Roboter vorstellt“, wie die Uni Stanford es ausdrückt.

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