Opioid-Epidemie

Schmerzmittel gegen Sex: Großrazzien bei Ärzten und Apothekern Tobias Lau, 18.04.2019 14:18 Uhr

Die Vorwürfe, die das Justizministerium erhebt, sind teils erschreckend: So soll ein Arzt in Tennessee – der sich selbst „Rock Doc“ nannte – Schmerzmittelrezepte gegen sexuelle Gefälligkeiten ausgestellt haben. Innerhalb von drei Jahren habe er 1500 Fentanylpflaster und 1,4 Millionen Schmerztabletten verschrieben, hauptsächlich Hydrocodon und Oxycodon. Ein Kollege habe gar 4,2 Millionen Tabletten opioidhaltige Schmerzmittel verschrieben, bis zu 15 Stück pro Tag und Patient.

Ein anderer Arzt habe mit drogenabhängigen Prostituierten verkehrt, um sie als Patientinnen für seine Praxis zu „rekrutieren“, so das Justizministerium in einer Mitteilung. In Kentucky wurde ein Zahnarzt angeklagt: Er soll massenhaft Schmerzmittel verschrieben haben, ohne dass es einen medizinischen Bedarf gab. Dies sei so weit gegangen, dass er Patienten unnötigerweise Zähne gezogen und dann Folgetermine angesetzt hat, um ihnen unauffällig Opioide verschreiben zu können. Zahlreiche Angeklagte sollen sich auch kräftig selbst bedient haben: Sie sollen teils Rezepte auf falsche Namen ausgestellt haben, um ihre eigenen Opioid-Abhängigkeit zu befriedigen.

Die USA leiden seit Jahren unter der grassierenden Opioid-Abhängigkeit, mit mehreren hunderttausend Toten gilt sie als eine der größten Krisen der jüngeren Geschichte. Als Folge ist auch die Zahl der Heroin-Süchtigen in die Höhe geschnellt: Wenn die Ärzte keine Verordnung mehr ausstellen und das Geld für die teuren Schmerzmittel aufgebraucht ist, steigen viele Abhängige auf günstigeres und leichter zu beschaffendes Heroin um. Zahlen der Gesundheitsbehörde CDC zufolge starben allein im Jahr 2017 in den USA 70.237 Menschen an einer Überdosis Schmerzmittel oder Heroin.

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