Eine Spritze für vier Millionen Dollar

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Notwendig ist eine einzige Infusion. Der Haken: Sie könnte vier Millionen Dollar und in der Schweiz vier Millionen Franken kosten, wie die Sonntagszeitung mit Verweis auf die Novartis-Investorenkonferenz berichtete – so viel wie keine Therapie zuvor. Das löste nun in der Schweiz eine Debatte über die Kosten neuer Therapien aus. Für Medikamente gibt es im Alpenland zwar keine Preisgrenze. Das Bundesgericht hat 2011 aber in einem Urteil zur Übernahme des Medikaments Myozyme gegen die Muskelkrankheit Morbus Pompe die Obergrenze für ein Extra-Lebensjahr bei 100.000 Franken festgemacht. Dreizehn Lebensjahre dürften nach dieser Rechnung 1,3 Millionen Franken kosten, was deutlich unter der Preisvorstellung des Pharmakonzerns liegt.

Andere Medikamente würden bei gleichem Nutzen ähnlich viel kosten, hieß es seitens des Unternehmens. „Vier Millionen Dollar sind ein bedeutsamer Geldbetrag, aber wir glauben, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis gewahrt ist“, sagte David Lennon, Chef des Pharmakonzerns Avexis, laut der Sonntagszeitung vor Investoren. Seit Kurzem gehört Avexis zu Novartis. Deren erfolgsversprechende Gentherapie war dem Basler Pharmakonzern einen Kaufpreis von rund neun Milliarden Dollar wert. CEO Vasant Narasimhan wird in den Schweizer Medien mit dem Versprechen zitiert, dass man einen Weg finden werde, das Medikament allgemein zugänglich zu machen.

Die Betroffenen hoffen indes darauf, dass die Behandlung auch in der Schweiz zugelassen wird und die Kassen die Kosten vollständig übernehmen. „Für eine Familie ist jedes zusätzliche Lebensjahr mit dem Kind unendlich viel wert“, sagte Nicole Gusset von der Patientenorganisation für spinale Muskelatrophie dem Schweizer Nachrichtenportal 20min.ch. Die Mutter einer achtjährigen Tochter mit SMA Typ II rechnet allerdings mit einem Kräftemessen zwischen Behörden und der Pharma auf dem Rücken der Patienten, wenn der Preis tatsächlich so hoch ausfällt.

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