Bitte halten Sie endlich Abstand!

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Berlin - Neugierde ist eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften – aber in der Apotheke ist sie fehl am Platz. Wenn Patienten über ihre Krankheiten sprechen, wird niemand gern belauscht. In Südtirol rückten jetzt die Experten der Verbraucherzentrale aus, um die Diskretion in Apotheken zu testen. Das Ergebnis ist niederschmetternd: In kaum einer Apotheke funktioniert ein vertrauliches Gespräch.

Jeder kennt die Situation: Man hat Durchfall oder etwas Schlimmeres und möchte das diskret mit dem Apotheker besprechen. Da spürt man die Handtasche eines Wartenden im Rücken. Oder, noch schlimmer, jemand lauscht offenkundig mit. 2016 führte die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) Stichproben bezüglich des Diskretionsabstandes in 15 ausgewählten Apotheken durch, jetzt wurde neuerlich getestet.

Das Ergebnis vor einem Jahr: In nur einer der 15 Apotheken befand sich eine Bodenmarkierung, die auf den gewünschten Abstand hinwies. In zwei weiteren Apotheken war ein Schild angebracht, das die Kunden auf die Einhaltung eines ausreichenden Abstandes hinwies. In den übrigen zwölf Apotheken war es schwierig für Kunden, ein Gespräch unter Wahrung der Diskretion zu führen.

Die VZS-Tester prüften auch, ob man beim Bedrängen des Vordermannes vom Apotheker gebeten wurde, freundlicherweise einen gebührenden Abstand einzuhalten. Fazit: In allen 15 getesteten Apotheken konnten die anonym auftretenden Prüfer problemlos alle Details mithören. Es gab keine Bitten des Apothekenpersonals bezüglich eines Abstandes.

 

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