USA

Big Pharma soll Terroristen finanziert haben Tobias Lau, 20.10.2017 13:53 Uhr

Berlin - In den USA steht wie so oft eine Reihe großer Pharmakonzerne vor Gericht – dieses Mal jedoch in einem so noch nie dagewesenen Prozess. Den Branchenriesen Johnson & Johnson, Pfizer, Roche und AstraZeneca wird nicht weniger vorgeworfen, als dass sie im Irak die schiitische Terrormiliz Dschaisch Al-Mahdi finanziert haben und so mittelbar für den Tod Hunderter US-Soldaten verantwortlich sein sollen.

Mehr als 100 Veteranen und Familienangehörige verstorbener Soldaten reichten in Washington D.C. eine Klage gegen die vier Pharmakonzerne und den Energiekonzern General Electric ein, die sich auf den Anti-Terrorism Act stützt.

Ausgearbeitet wurde die Klageschrift von den beiden großen Kanzleien Sparacino & Andersen sowie „Kellogg, Hansen, Todd, Figel & Frederick“, die nach eigenen Angaben „Tausende von Stunden an dem Fall gearbeitet und Hunderte von Transaktionen zwischen den Beschuldigten und dem irakischen Gesundheitsministerium analysiert“ haben.

Ihnen zufolge reicht die „allgegenwärtige Korruption“ der Konzerne zurück in die Ära Saddam Husseins. Damals hätten sich die Unternehmen durch systematische Schmiergeldzahlungen an Entscheidungsträger Zugang zum irakischen Markt erkauft. Mit dem Einmarsch der US-Armee und dem Zusammenbruch des Ba‘ath-Regimes änderte sich die Lage jedoch entscheidend.

Das Gesundheitsministerium im nordöstlichen Bagdader Bezirk Saddam-City war eines der ersten Ministerien, die nach der Invasion an die Iraker zurückgegeben wurde. Doch bereits 2004 übernahm die Widerstandsbewegung des radikalen schiitischen Geistlichen Muqtada Al-Sadr die Macht in dem Zwei-Millionen-Stadtteil – der kurz danach umbenannt wurde und seitdem als Sadr-City traurige Berühmtheit erlangt h

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