E-Rezept kommt später – Versender in Erklärungsnot

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Berlin - Der verzögerte Start des E-Rezepts bringt die Versandapotheken in Erklärungsnot. Denn in deren Bewertung an der Börse ist der groß angekündigte Rx-Boom längst eingepreist. Folge: Die Aktienkurse von Shop Apotheke und Zur Rose rutschen ab.

Nur Minuten nach Veröffentlichung der Meldung, dass der Launch des E-Rezepts im Juli zunächst auf die Modellregion Berlin/Brandenburg reduziert wird, sackten die Aktienkurse der beiden börsennotierten Versender ab: Shop Apotheke verlor bis zum Freitagnachmittag gut 10 Prozent, Zur Rose sogar 13 Prozent.

Auf Nachfrage geben sich beide Versender betont gelassen: Seitens der Gematik sei nur die sechsmonatige Übergangsfrist, in der Papier- und E-Rezepte noch parallel liefen, für drei Monate auf eine Modellregion beschränkt worden, in der bereits alle technischen Voraussetzungen vorhanden seien, relativiert ein Sprecher von DocMorris. Im vierten Quartal werde der Test dann bundesweit geöffnet und ab dem 1. Januar 2022 werde das E-Rezept – wie geplant und gesetzlich vorgegeben – bundesweit angewendet.

„Die Vorbereitungen der Zur Rose-Gruppe mit Blick auf die verpflichtende Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland per 1. Januar 2022 schreiten plangemäß voran“, so der Sprecher. Mit 9,8 Millionen Kunden im deutschen Markt und mit DocMorris als bekanntester Apothekenmarke habe man eine hervorragende Ausgangslage, um Kunden mit dem Service- und Versandangebot zu überzeugen und den Umsatz in diesem Bereich nach der Implementierung der benötigten Infrastruktur weiterhin deutlich zu steigern. „Zudem ist die Gruppe Partner im TK-Projekt ‚eRezept Deutschland‘, welches Fahrt aufnimmt und steigende E-Rezept Zahlen verzeichnet. Hier ergeben sich bis zur Gematik-Umsetzung weitere Chancen.“

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