Rechtsstreit um TI-Anschluss

Pharmatechnik: Keine E-Rezepte für Red-Medical-Kunden

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Die Frage ist nun, warum Pharmatechnik dann bereits Apotheken mit der Red-Medical-Lösung an seine Warenwirtschaft angeschlossen hat. Ihre Zahl ist weitaus größer als die drei erwähnten Apotheken. Was wird nun aus ihnen? Dem Vernehmen nach ist Pharmatechnik bereits an Apotheken herangetreten und hat ihnen nahegelegt, ihre Verträge bei Red Medical zu kündigen und zu ihnen zu wechseln. „Man muss sich fragen, wovor die Angst haben, dass sie ihren eigenen Kunden so vor den Bug schießen. Wir raten unseren Kunden, noch abzuwarten und sich nicht von Pharmatechnik erpressen zu lassen“, sagt Wilms. „Denn es gibt noch einiges, was man tun kann. Und das werden wir tun.“

Morgen werde sich Red Medical mit den Anwälten des Unternehmens beraten und die weitere Strategie erarbeiten, sagt Wilms. Denn es handele sich bei Urteil nur um den Einspruch von Pharmatechnik gegen die einstweilige Verfügung, die Hauptverhandlung stehe noch bevor. „Auch vor dem Hintergrund, dass bereits Mitte August ist, werden wir das mit Eile vorantreiben.“

Parallel zur juristischen Klärung werde Red Medical auch politisch tätig werden, kündigt Wilms an. „Wir werden das auf keinen Fall so stehen lassen und auch das Bundesgesundheitsministerium einschalten“, kündigt er an. „Wir sind auch gespannt, was die Gematik als Aufsichtsbehörde dazu zu sagen hat.“ Von beiden seien die Vorgaben klargewesen: Die Systeme müssen miteinander funktionieren, Pharmatechnik ignoriere das, „weil sie nicht wollen, dass sich zwischen sie und ihre Kunden ein weiterer Anbieter drängt“, so Wilms. „Es kann aber nicht sein, dass Apotheken von der TI ausgeschlossen werden, weil sie ihren freien Willen nutzen und sich für günstigere Angebote am Markt entscheiden. Für diese Apotheken werden wir kämpfen – und das war bis jetzt nur ein Scharmützel, kein finales Urteil, wie es Pharmatechnik jetzt darstellt.“

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