Modellprojekt: Ärzte erhalten E-Rezept-Bonus

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Berlin - Nicht nur bei den Apothekern, auch bei den Ärzten hält sich die Begeisterung für das E-Rezept noch in engen Grenzen – ohne Verordner aber keine Verordnungen. Deshalb erhalten sie im Modellprojekt „E-Rezept Deutschland“ eine Pauschale und einen Bonus je ausgestelltem E-Rezept. Und das nicht nur bis zur offiziellen Einführung des staatlichen E-Rezepts, sondern bis einschließlich September 2022. Warum? Die Projektpartner wollen der Gematik bei ihrer strategischen Entscheidung für die zentrale E-Rezept-App etwas auf die Sprünge helfen.

Ab Juli soll das Gematik-E-Rezept verfügbar sein, ab Januar verpflichtend – trotzdem haben mehrere Ersatzkassen um die Techniker Krankenkasse (TK) herum Ende 2020 ein eigenes E-Rezept-Modellprojekt ins Leben gerufen. Entscheidet sich ein Versicherter der beteiligten Kassen für die Nutzung des E-Rezepts, bekommt er es von den teilnehmenden Ärzten in Form eines QR-Codes auf das Smartphone geschickt. Diesen QR-Code kann der Patient bei den am Projekt teilnehmenden Apotheken einscannen lassen und so das Rezept einlösen. Möglich ist auch, den Code an eine Apotheke weiterzuleiten und sich das Medikament liefern zu lassen, komplett kontaktlos.

Nur müssen die Ärzte dazu auch E-Rezepte anfertigen können. Dazu kooperieren die Kassen unter anderem mit dem Softwaredienstleister Medatixx, der wie ADG zur Merckle-Gruppe gehört und dessen Praxissoftware von von rund 38.000 Ärzten in 21.000 Praxen eingesetzt wird. Damit sie nicht nur können, sondern auch wollen, unterbreitet Medatixx ihnen ein Angebot: „Durch die Ausstellung der E-Rezepte und die damit verbundenen organisatorischen und kommunikative Zusatzleistungen entstehen Aufwände, welche Ihnen mit einem Rabatt auf die monatliche Softwarepflegegebühr entschädigt werden“, so das Unternehmen an die Adresse der Ärzte.

Aus der Ergänzungsvereinbarung zur Nutzung des in die Praxissoftware integrierten E-Rezept-Moduls, die APOTHEKE ADHOC vorliegt, geht hervor, wie der Rabatt aussieht: Bis 30. September erhalten die Praxen 50 Euro pro Monat und vom 1. Oktober bis zum 30. September 2022 dann 30 Euro. Hinzu kommt ein Euro pro ausgestelltem E-Rezept. Das Geld kommt dabei nicht von den Kassen, sondern vom Softwareanbieter selbst, wie der auf Anfrage erklärt.

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APOTHEKE ADHOC Debatte

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