E-Rezept – von wegen Testphase

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Berlin -

Die Coronakrise samt den Debatten um Masken und Impfstoff hat in den Apotheken ein zentrales Thema aus dem Zentrum der Wahrnehmung verdrängt: Die Einführung des E-Rezepts steht an und stellt insbesondere die Softwarehäuser schon jetzt vor große Herausforderungen. Denn je nachdem, was die Ärzte machen, muss das System in wenigen Monaten laufen.

Unvorhergesehene Zwischenfälle und akuten Programmierbedarf sind die Softwarehäuser der Apotheker leidvoll gewöhnt. Diesmal ging es kurzfristig um die Frage, ob bei der Eigenbeteiligung der FFP2-Maskenausgabe die Mehrsteuer auf dem Bon ausgewiesen werden soll oder nicht. Daran geht die Welt nicht zugrunde, aber es muss gelöst werden. Das kostet Zeit und genau die fehlt.

Die im Bundesverband Adas zusammengeschlossenen Softwarehäuser hätten eigentlich anderes zu tun: Im Sommer muss das E-Rezept laufen, auch wenn dessen Einführung erst 2022 verbindlich vorgesehen ist. „Die Gematik sagt, dass ab Jahresmitte getestet wird, damit im nächsten Jahr alles läuft. Für uns heißt das: Ab Juli muss alles laufen“, so Adas-Chef Gerhard Haas gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Verpflichtend ist die Umsetzung in der Warenwirtschaft der Apotheken zu diesem Zeitpunkt nicht, in der Praxis stehe man aber vor der Problematik, E-Rezepte verarbeiten zu müssen. Denn es kann sein, dass einzelne Softwaresysteme der Ärzte im Sommer schon elektronische Verordnungen ausstellen. „Kein Apothekensoftwareanbieter will dann nicht funktionieren, wenn auch nur ein einziger Anbieter auf Arztseite das kann“, so Haas.

APOTHEKE ADHOC Debatte

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