E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen

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Berlin -

Kurz vor der gesetzlichen Einführung des E-Rezepts legen sich viele Leistungserbringerorganisationen nochmal richtig ins Zeug, um sie zu verhindern: Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) hat eine eigene Petition gestartet, mit der sie eine Verlängerung der Tests erreichen will. Unter den jetzigen Bedingungen könne beim E-Rezept und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) kein reibungsloser Ablauf garantiert werden.

Die KVB will beim Bundestag in letzter Minute eine Änderung des Patientendatenschutzgesetzes (PDSG) erwirken, um die verpflichtende Einführung des E-Rezepts und der eAU am Januar zu stoppen. Stattdessen solle beide Anwendung eine zwölfmonatige bundesweite Testphase vorangehen, an der sich die Anwender freiwillig beteiligen können. Eine solche Testphase beginnt gerade – dauert aber nur vier Wochen.

„Eine entscheidende Voraussetzung für Massenanwendungen im Produktivbetrieb ist eine ausreichende Marktreife, die nur durch sorgfältige Flächen- und Lasttests erreicht werden kann“, so die KVB-Petition. „Digitale Verfahren, bei denen eine Vielzahl an komplexen Komponenten ineinandergreifen und zusammenwirken müssen, bei denen auch organisatorische Prozesse überprüft und angepasst werden müssen, sind zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht hinlänglich erprobt und begutachtet werden konnten.“

Bei der momentanen Vorgehensweise hingegen sei mangels ausreichender Tests im Vorfeld der Einführung nicht bekannt, welche Mängel in der Technik vorhanden sind, „geschweige denn wie fehleranfällig und belastbar das Gesamtsystem ist“, so die Ärzte. „Mit der verpflichtenden, stichtagsbezogenen Einführung der genannten Anwendungen werden alle Arztpraxen, Apotheken, gesetzlichen Krankenkassen und letztlich auch alle gesetzlich Versicherten als Betatester im Livebetrieb zu Versuchskaninchen im Gesundheitswesen!“

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