Plattform für Folgerezepte

Anti-Baby-Pille: Pharma-Investor für Prio.One

, , Uhr
Berlin -

Die Telemedizin lockt neue Investoren an, immerhin winkt der Einstieg in den lukrativen Gesundheitsmarkt. Doch auch etablierte Player aus der Branche selbst wollen sich ein Stück vom Kuchen sichern. Bei der auf Kontrazeptiva spezialisierten Plattform Prio.One ist jetzt der Pharmaunternehmer Otto Prange eingestiegen.

„Finde deine Pille“, so das Motto von Prio.One. „Deine Pillenpackung ist leer? Alle gängigen Marken hier online bestellen. In 5 Minuten bestellt (ab 18 Jahren). Lieferung der Pille nach Hause. Nur 6,90 € (zzgl. Medikamentenpreis).“ Wie auch bei anderen Rx-Portalen üblich, füllt man einen Fragebogen aus, danach erhält man das Rezept, das man direkt einlösen kann. Kooperationspartner ist die Apotheke Bad Neuschanz (Apons) aus Bad Nieuweschans, die seit Kurzem zu Wellster Healthtech gehört und auch mit anderen Portalen wie GoSpring oder DoktorABC zusammenarbeitet.

Hinter Prio.One steht die Firma Healthcare Ventures mit Sitz in Hamburg. Über sie läuft auch die App, darüber hinaus ist das Geschäft auf verschiedene Unternehmen verteilt: Betreiber der Plattform ist die irische Tochterfirma DTC Healthtech Solution. Der Heilbehandlungsvertrag wiederum kommt laut AGB mit den ebenfalls irischen Firmen IPrimary Care (Valahealth) und Health Finder Pro Ireland (Health Finder) zustande, mit denen DTC nach eigenen Angaben kooperiert. „Für den Inhalt und die Kommunikation zwischen dir und deinem Arzt aus dem Behandlungsvertrag ist DTC nicht verantwortlich, weil dieser nicht Teil der Leistungen von DTC ist.“

Dasselbe gilt für den Versand. „Natürlich versenden wir deine Antibabypille ganz diskret“, wirbt der Anbieter zwar einerseits. Auf der anderen Seite stellt sich das Unternehmen im Kleingedruckten auch hier als reiner Vermittler dar: „Wenn du dich für einen Kaufvertrag mit der Versandapotheke entscheidest, kannst du von DTC einen Medikamentengutschein erwerben. Du bezahlst die Versandapotheke, indem du den Medikamentengutschein bei dieser einlöst.“

Prominente Investoren

Die „Plattform für Frauengesundheit“ wurde von den beiden ehemaligen Investmentbankern Jan Mehner und Francesca Torre gegründet. Als Geldgeber konnten verschiedene Privatinvestoren aus Deutschland und Italien gewonnen werden. Mit kleinen Anteilen dabei sind neben diversen Foundern aus der Digitalwelt etwa Gründer des Cannabis-Startups Sanity Group sowie der Medizinprodukte-Vertriebsfirma Axnar. Auch der ehemalige TAD-Geschäftsführer Jure Kaptan sowie der Unternehmensberater Dr. Friedemann Wolf (Boston Consulting) sind an Bord.

Aus dem Pharmabereich kommt ein weiterer großer Investor: Otto Prange ist mit rund 12 Prozent beteiligt, der Unternehmer aus Plettenberg bei Iserlohn hat in den vergangenen Jahren immer wieder Arzneimittelfirmen und -marken zugekauft. Unter dem Dach von Invita hat der ehemalige Eigentümer von Mucos seine Pharma-Beteiligungen aktuell gebündelt: Wichtigste Pfeiler sind die Generikasparte Abanta – inklusive Mehrheitsbeteiligung an Genevida – sowie der Bereich der Lohnherstellung und -entwicklung (CDMO), der unter dem Namen Adragos firmiert.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Mutmaßlicher Immobilienbetrug
Zahnarzt dealte mit Russen-Grundstücken »
Unzureichende Tests, desaströse Kommunikation
Virchowbund: Praxen droht „E-Rezept-Burnout“ »
Mehr aus Ressort
Konditionen und Online-Rezepte
Apothekerkammer verklagt Gesund.de »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
„Vielversprechender“ Jahresstart
Merck wächst auch zum Jahresauftakt»
Bereichsvorstand ist schon weg
Schindl verlässt Noventi»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
So entstand der E-Rezept-Fahrplan»
Warum die Apotheke vor Ort im Mittelpunkt steht
APOTHEKENTOUR: Glücksmomente für das Apothekenteam»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»