Warum Dermapharm bei Go Spring investiert

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Berlin -

Rx frei Haus –nach diesem Motto verspricht Go Spring einer überwiegend männlichen Klientel unkomplizierte Hilfe bei schambehafteten Erkrankungen wie Potenzstörungen. Die Kategorie soll aber nur der Anfang sein, mit verschiedenen Angeboten will die Betreiberfirma Wellster Healthtech zur führenden Gesundheitsplattform in Europa werden. Bei Investoren aus der Medien- und Pharmabranche kommt das Modell gut an – auch wenn die Vorbilder in den USA gerade von der Realität eingeholt werden.

In der Investorenszene hat Wellster für Aufmerksamkeit gesorgt. Im Sommer konnten in einer Finanzierungsrunde 35 Millionen Euro eingesammelt werden. Dabei wurde das Unternehmen mit 85 Millionen Euro bewertet – doppelt so viel, wie Zur Rose für Teleclinic gezahlt hatte, und etwas mehr als das gesamte Marktvolumen im Bereich der verschreibungspflichtigen Potenzmittel.

Alleine Dermapharm investierte 25,5 Millionen Euro und übernahm damit knapp 30 Prozent der Anteile. Der Generikahersteller ist in guter Gesellschaft, die beiden Gründer Dr. Manuel Nothelfer und Nico Hribernik halten jeweils etwas mehr als 10 Prozent, weitere wichtige Anteilseigner sind

  • Holtzbrinck Ventures mit rund 28 Prozent
  • Seven Ventures (ProSiebenSat.1) mit 5 Prozent
  • HGDF (Familien Bendixen/Dethleffsen, unter anderem Eigentümer von Queisser/Doppelherz) mit knapp 4 Prozent

Außerdem sind zahlreiche weitere institutionelle und private Anleger investiert, darunter Reinold Geiger (L‘Occitane), Jochen Engert, Daniel Krauss und André Schwämmlein (Flixbus), Jean-Remy von Matt (Jung von Matt), Dr. Peter Baumgart (PlusDental), Constantin Bisanz (Brands4friends). Kleinere Anteile halten auch Privatpersonen aus dem Netzwerk, etwa der M&A-Berater Dr. Manfred Ferber oder der Urologe Professor Dr. Christian Wülfing (Asklepios Klinik Altona), der nicht nur den medizinischen Beirat leitet, sondern auch auf der Website als ärztliches Testimonial auftritt und beispielsweise Hinweise zu Medikamenten gibt.

Dermapharm-CEO Dr. Hans-Georg Feldmeier begründet die Entscheidung damit, dass man mit Plattformen wie Go Spring eine zusätzliche Klientel ansprechen könne: Gerade bei Problemen, die mit Scham verbunden seien, senke Go Spring durch niedrigschwelligen Zugang etwaige Berührungsängste. „Es geht nicht um Konkurrenz zu bestehenden Strukturen. Wir denken vielmehr, dass derartige Plattformen eine Möglichkeit zur Erweiterung des Marktes sind.“

Go Spring habe eine andere Herangehensweise als andere Player am Markt. „Für uns als Hersteller ist wichtig, dass die Grundsätze der Vermarktung – also etwa des Arzneimittelrechts – nicht ausgehebelt werden.“ Dann seien die Produkte, die angeboten würden, auch in diesem neuen Vertriebskanal gut aufgehoben. Über Synergien denke man zwar stets nach, klar sei aber, dass man auch als führender Investor nur beteiligt sei und keinen Einfluss auf das Geschäftsmodell nehme.

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