„Schnupfenpapier“ & Co.

Wann darf das Kind zur Schule? dpa, 11.09.2020 08:37 Uhr

Berlin - „Das Kind hat Schnupfen!“ – über Monate hieß das für viele Eltern automatisch, ihren Nachwuchs daheim betreuen zu müssen. Kitas und Schulen schickten Mädchen und Jungen auch bei nur leichten Erkältungssymptomen aus Sorge vor einer Corona-Infektion wieder nach Hause oder nahmen sie gar nicht erst auf. Inzwischen können Mütter und Väter bundesweit etwas aufatmen: In den meisten Bundesländern dürfen Kinder auch mit einer Schnupfennase in Schule und Kita. Es gibt inzwischen eindeutige Empfehlungen. In Sachsen-Anhalt heißen diese „Schnupfenpapier“.

Das wird für viel Entlastung bei Eltern sorgen, denn Erkältungen kommen bei Kindern häufig vor: „Im ersten Kitawinter machen Kinder zehn bis fünfzehn Infekte durch, im zweiten sind es immer noch fünf bis zehn“, erklärt Jakob Maske, Berliner Kinderarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Es müsse abgewogen werden zwischen Infektionsschutz und dem pädagogischen und sozialen Auftrag, hatte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) in den Sommerferien betont. Leichte Erkältungssymptome seien kein hinreichender Grund, um zuhause bleiben zu müssen.

Oft sind die Vorgaben inzwischen eindeutig, zum Beispiel in Berlin. Dort erkennen Eltern anhand eines Schemas, wie sie vorgehen sollten: Kinder, die Schnupfen oder Husten, aber kein Fieber haben, dürfen weiter Kita oder Schule besuchen. Ist die Temperatur bei diesen Symptomen bis 38,5 Grad erhöht, muss das Kind mindestens 24 Stunden zu Hause bleiben. Bei weiteren oder verstärkten Symptomen wird der Gang zum Arzt empfohlen. Dort werde dann eventuell ein Corona-Test veranlasst, so die Bildungsverwaltung.

Jakob Maske erlebt in seiner Praxis aber, dass nicht alle Erzieher und Lehrer sich an dieses Schema halten: „Auch jetzt sind unsere Wartezimmer ziemlich voll. Es werden Kita- und Schulkinder vorgestellt mit meistens nur Erkältungssymptomen.“ Trotz der recht guten Vorgaben der Senatsverwaltung würden häufig Attests oder negative Abstriche verlangt – was beides nicht notwendig sei, so der Arzt. „Die Indikation für einen Test stellt immer nur der Arzt und nicht ein Pädagoge.“

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