Moderna will deutlich mehr Corona-Impfstoff liefern

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Berlin - Ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne ist Deutschland nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Zahl der durchgeführten Erstimpfungen erstmals an Großbritannien vorbegezogen. Hoffnung auf einen weiteren zügigen Verlauf macht auch die Ankündigung von Moderna, von Juli bis September deutlich mehr zu liefern. Allerdings berichten die Hausärzte, dass auch immer mehr Impftermine nicht wahrgenommen werden.

Ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne in Deutschland ist mehr als die Hälfte der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Über ein Drittel hat auch schon die zweite Spitze erhalten. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Samstag hervorgeht, haben knapp 44,4 Millionen Menschen (53,3 Prozent) mindestens eine Impfdosis bekommen. 28,9 Millionen (34,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Freitag wurden 852 814 Impfdosen verabreicht. Bei den Erstgeimpften liege Deutschland bei der absoluten Zahl erstmals vor Großbritannien, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter. In Großbritannien ist die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Virus vorherrschend, ihr Anteil steigt auch in Deutschland. Experten wie der Virologe Christian Drosten weisen schon länger darauf hin, dass gerade die erste Impfung gegen Delta noch nicht so viel hilft.

Einen weiteren Schub könnte die Impfkampagne bekommen, weil der US-Hersteller Moderna nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums im dritten Quartal deutlich mehr Dosen liefern will als ursprünglich angekündigt. Im Juli sollen pro Woche statt der vorgesehenen 733.000 nun jeweils 1,33 Millionen Dosen kommen. Im August werden dann 2,57 Millionen Dosen pro Woche erwartet, im September 2,95 Millionen pro Woche.

Insgesamt will der US-Hersteller den neuen Zahlen zufolge im Juli 5,32 Millionen Impfdosen liefern, im August 10,28 Millionen und im September 14,5 Millionen Dosen. In der kommenden Woche sollen zusätzlich zu bereits eingeplanten anderen Lieferungen fünf Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca und eine Million Dosen von Johnson & Johnson an die Impfzentren der Länder sowie an Arztpraxen und Betriebsärzte gehen.

Voran geht es in Deutschland auch mit der Ausstellung digitaler Corona-Impfnachweise. Inzwischen sind mehr als 32 Millionen erstellt worden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In Impfzentren und Arztpraxen waren es 5,9 Millionen und in Apotheken 11,9 Millionen digitale Impfnachweise. Nachträglich per Post versandt wurden demnach mittlerweile 14,5 Millionen Zertifikate.

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