Für Lehr- und Pflegekräfte

Kinderärzte: Über Impfpflicht nachdenken

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Berlin -

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ins Gespräch gebracht.

„Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken“, sagte Fischbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). „Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet.“

Neben der Politik sieht der Verbandschef auch Betriebsärzte von Kliniken in der Verantwortung. „Sie müssen aufklären und das medizinische Personal an seine Pflicht erinnern, kranken Menschen zu helfen und sie vor Ansteckungen zu schützen“, so Fischbach. Wer sich dem verweigere, der müsse Konsequenzen spüren, „die wehtun“. Er verwies darauf, dass Krankenhäuser oder Pflegeheime Impfverweigerer entlassen könnten. „Wenn es nach Monaten des Impfstoffüberschusses noch Ausbrüche in Pflegeheimen gibt, muss man die Zügel anziehen, und da darf Fachkräftemangel kein Gegenargument sein“, sagte er.

In einer Pressemitteilung vom 10. September spricht sich der Verband für die Auskunftspflicht aus: „Die Ausweitung der Impf-Auskunftspflicht von Beschäftigten auf die Bereiche Kita und Schule, die der Bundestag am 7. September 2021 beschlossen hat, halten wir ebenfalls für einen kleinen, aber wichtigen Baustein in der Pandemiebekämpfung. Pädagogisches Personal, das sich bewusst nicht impfen lassen will, sollte unserer Einschätzung nach stets eine Mund-Nasen-Bedeckung (in der Schule) tragen und regelmäßig getestet werden. Auch eine Pflichtberatung durch den betriebsärztlichen Dienst wäre für uns vorstellbar.“

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