Erkältungssprays: Mit Glycerol gegen Sars-CoV-2 | APOTHEKE ADHOC
In vitro-Studie

Erkältungssprays: Mit Glycerol gegen Sars-CoV-2

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Berlin -

Im Oktober hatte Sidroga das Emser-Portfolio um ein salzfreies Halsschmerz-Spray für Kinder erweitert. Nun wurde mit drei der Emser-Erkältungssprays eine in vitro-Studie durchgeführt: Demnach soll die Kombination aus Glycerol und Pflanzenextrakten die Bindung des Spikeproteins von Sars-CoV-2 an den Rezeptor hemmen und so einen Beitrag zur Abwehr des Coronavirus leisten können.

Die in vitro-Studie der Erkältungssprays wurde von Sidroga in Auftrag gegeben. Untersucht wurden verschiedene Ems Erkältungs-Sprays: Darunter Ems Halsschmerz-Spray akut, Ems Halsschmerz-Spray für Kinder und Ems Sinusitis Spray forte. Die Analyse lieferte Hinweise auf eine mögliche vorbeugende Wirkung gegenüber einer Infektion mit Sars-CoV-2. Sidroga empfiehlt die Sprays daher als zusätzlichen Schutz zur AHA-Regelung für verunsicherte Kunden in der Apotheke.

Bei der Labor-Untersuchung konnte gezeigt werden, dass die drei Sprays eine Anhaftung von Sars-CoV-2 an die entsprechenden Rezeptoren verhindern können. Dadurch wird die Wechselwirkung zwischen Spikeprotein und ACE-2-Rezeptor gehemmt. Die Bindung des Virus soll dadurch reduziert werden.

Die Sprays enthalten eine Mischung aus Glycerol und Pflanzenextrakten. Neben Honig sind Extrakte aus Traubenkernen, Holunderbeeren und schwarzen Johannisbeeren enthalten. Das Erwachsenen-Spray enthält außerdem Eukalyptusöl. Durch die Formulierung soll ein osmotisch aktiver, hypertoner Film gebildet werden, der Flüssigkeit aus den tiefergelegenen Schichten der Schleimhaut zieht. Dadurch sollen Viren und Bakterien auf natürliche Weise aus den Atemwegen geschwemmt werden. Der Schutzfilm soll außerdem einer Austrocknung entgegenwirken und dadurch einer Reizung durch Krankheitserreger vorbeugen.

„In dem verwendeten Testsystem zeigten die Erkältungsspray-Lösungen von Ems Halsschmerz-Spray akut und Ems Halsschmerz-Spray für Kinder in allen eingesetzten Konzentrationen (5 Prozent und 10 Prozent) eine nahezu vollständige inhibitorische Wirkung auf die Bindung des S1-Spikeproteins beziehungsweise seiner RBD-Bindedomäne an den ACE-2-Rezeptor“, erklärt der Hersteller. Die Bindungshemmung sei dabei in etwa mit der vergleichbar, die auch bei Zugabe des neutralisierenden Antikörpers nachgewiesen werden konnte. Bislang liegen die Daten nur in vitro vor, Testungen am Menschen gibt es noch nicht. Sie würden jedoch Hinweise dafür liefern, dass die Erkältungssprays auch beim Patienten eine entsprechende Bindung verhindern könnten.

 

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