Der Unterschied liegt im Detail: Sachsen zieht ein wenig Luft mit auf, um das Totvolumen der steckenden Kanüle in die Applikationsspritze zu überführen. Denn das noch leere Totvolumen der neuen Kanüle muss noch geflutet werden. In NRW müsste es somit beim Fluten der neuen Injektionskanüle zu einer Unterfüllung kommen. Je nach verwendetem Spritzentyp fällt diese unterschiedlich aus. Doch auch bei Totvolumen-sparenden Systemen beläuft sich diese Menge auf 0,01 bis 0,02 ml.

Das MAGS hat gegenüber Impfteams erklärt, dass die Verfahrensanweisung mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) abgestimmt sei. Eine Bestätigung des PEI hierzu steht noch aus.

Hersteller Biontech betont, dass die Zulassung nur für die Entnahme von sechs Dosen besteht. Auch in der Praxis würde die zusätzliche Entnahme zu Problemen führen, gerade mit Blick auf das nicht zu vernachlässigende Totvolumen. In der Praxis berichten Impfteams, dass sich für sehr geübte Apotheker:innen und PTA teilweise auch eine siebte Dosis entnehmen lässt, allerdings bei weitem nicht in jedem Fall. Sie wünschen sich vor allem klare Vorgaben. Denn die abweichenden Vorgaben verunsichern: Die Impfteams wollen weder Impfstoff unterdosieren noch unnötigerweise Impfstoff verwerfen, der so dringend gebraucht wird.

Immerhin eine Frage ist in NRW jetzt geklärt. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat nunmehr der Verwendung der siebten Dosis zugestimmt. Zuvor war den Ärzten untersagt, diese Dosen zu verabreichen, die die Impfteams laut MAGS herstellen können – eine vertrackte Situation. Die KVNO betont aber, dass es sich um eine vollständige Einzeldosis mit 0,3 ml handeln muss und auf keinen Fall Reste unterschiedlicher Vials miteinander vermengt werden dürften.

 

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