Warentest: „Auf Apotheker ist kein Verlass“

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Berlin - Hält der Medikationsplan, was er verspricht? Stiftung Warentest wollte wissen, ob Pharmazeuten und Mediziner bei der Pflege der Arzneimittellisten im Sinne der Patienten handeln, und hat dafür zehn Testpersonen zu Haus- und Fachärzten und Apotheken geschickt – mit „ernüchterndem“ Ergebnis.

Patienten haben seit 1. Oktober 2016 Anspruch auf eine schriftliche Übersicht, wenn sie mindestens drei Arzneimittel erhalten, die zulasten der Krankenkassen verordnet wurden. Die Anwendung muss mindestens über einen Zeitraum von 28 Tagen vorgesehen sein. Ärzte sind gefordert, den Patienten einen Überblick über die Medikation zu geben. Apotheken müssen auf Wunsch den Plan ergänzen, der Anspruch des Versicherten auf Aktualisierung ist allerdings an eine entsprechende Arzneimittelabgabe gekoppelt. Eine Honorierung für diese Dienstleistung steht bislang noch aus.

Soweit die Theorie, doch wie wird der Medikationsplan im Alltag umgesetzt? Von den zehn Testpersonen hatte die Hälfte bereits einen Medikationsplan, die anderen fünf nicht. Nach einem Besuch beim Hausarzt gingen die Tester im zweiten Schritt zum Facharzt und dann in die Apotheke. Geprüft werden sollte, ob der Hausarzt ohne Nachfrage den Plan anbietet. „Keiner ihrer Ärzte bot von sich aus an, den Plan zu erstellen“, schreibt Warentest.

Die Fachärzte müssen nach dem neuen Gesetz zwar über die Möglichkeit informieren, erstellen oder aktualisieren müssen sie den Plan jedoch nicht, was laut Warentest jedoch „sinnvoll“ wäre. Sie würden teilweise den Patienten wieder an den Hausarzt verweisen oder einen Medikationsplan nur mit den selbst verschriebenen Arzneimitteln erstellen. Pläne wurden dabei handschriftlich und unvollständig ergänzt, so Warentest. Die mitgebrachten Medikamente wurden gar nicht erfasst.

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