Spahn: Verstehe manche Apothekerdebatten nicht

, Uhr
Berlin -

In Sachsen geht es für die CDU bei der Landtagswahl am Sonntag um den politischen Führungsanspruch. Daher wird jetzt noch einmal Politikprominenz in den Freistaat geschickt – auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll Ministerpräsident Michael Kretschmer Stimmen bringen. In Freiberg traf er dabei auf Apotheker, verteidigte sein Apothekengesetz und teilte gegen Kritiker aus.

Immer wieder warb Spahn vor rund 200 Besuchern in Freiberg zunächst für Debatten. Probleme müssten offen ausdiskutiert werden, damit die Gesellschaft, wie er sagte, zusammenbleibe. Am Ende, so gab Spahn Klagen über lange Entscheidungswege und viel Bürokratie beispielsweise in der Pflege recht, müsse aber die Suche nach Lösungen, nach Kompromissen, müssten Entscheidung stehen, berichtet die Freiberger Zeitung.

Auch Apothekerin Dr. Anke Tanneberger nutzte die Gelegenheit, Spahn mit seiner Apothekenpolitik zu konfrontieren. Die Inhaberin der St. Marien-Apotheke sprach ihn auf das Rx-Versandverbot und die seit Jahren sinkenden Apothekenzahlen an: „Im Koalitionsvertrag steht das Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Sie beschreiten aber eher den Weg, unter Verweis auf den EuGH die Versender agieren zu lassen. Die Apothekenzahlen sinken seit Jahren, es kann den Apotheken nicht gut gehen, es geht den Mitarbeitern nicht gut, es geht den Inhabern nicht gut“, so Tanneberger an Spahn.

Es gebe Überarbeitung in den Apotheken, Stress und die Anforderungen stiegen. Tanneberger: „Das Apothekenstärkungsgesetz ist für mich eher ein Apothekenvernichtungsgesetz. Die Preisbindung für Privatversicherte wird aufgehoben. Als zweites steht drin, dass Abgabeautomaten legalisiert werden. In jeder Stadt könnte dann so ein Automat stehen, der kein Labor vorhält, keine Rezepturen macht und keine Betäubungsmittel vorhält, aber dafür schnell und preiswert die einfachen Medikamente abgibt, wogegen die örtliche Apotheke für viel Geld und hohe Personalkosten alles vorhalten soll. Wo soll der Weg für die Apotheker hingehen, soll es weniger Apotheker geben, sollen wir in andere Leistungen hineingehen?“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
„Interessiert an weiteren Rezepten?“
Teleclinic/DocMorris: Mit E-Rezept auf Apotheken-Akquise »
EU muss Schnittstellen-Verordnung absegnen
E-Rezept: Vorerst keine Daten für Vor-Ort-Plattformen »
Mehr aus Ressort
„Mehrere zehntausend Impfzertifikate pro Stunde“
DAV-Portal wegen Booster überlastet »
Benachteiligung wegen Coronaregeln
Schule verbietet Apothekenpraktikum »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Aktienrückkauf abgeschlossen
Roche und Novartis trennen sich»
Homöopathika-Hersteller zeigt Flagge
DHU wirbt für Covid-19-Impfung»