So argumentiert der AvP-Insolvenzverwalter

, Uhr
Berlin -

Bei AvP sind die Gelder der Apotheken bis auf Weiteres eingefroren. Bevor irgendeine Auszahlung angestoßen wird, will Insolvenzwalter Dr. Jan-Philipp Hoos die Lage juristisch aufarbeiten lassen. In einem Schreiben an die Kunden erklärt er gemeinsam mit dem Bafin-Sonderbeauftragten Ralf R. Bauer, warum es dazu keine Alternative gibt.

„Uns ist bewusst, in welch kritische Lage die Insolvenz der AvP Deutschland GmbH Sie als Kunden gebracht hat. Wir versichern Ihnen, dass wir derzeit alles daran setzen, das Verfahren in Ihrem Sinne bestmöglich auf den Weg zu bringen.“ Dennoch sei es schon wegen der Menge an Zuschriften nicht möglich, auf jede einzelne Anfrage zeitnah zu reagieren.

In den letzten Tagen habe man sich einen ersten Überblick über die wirtschaftliche und rechtliche Situation der AvP verschafft. „Diese ist jedoch äußerst komplex und wir erhalten täglich neue Informationen. Im Mitelpunkt steht für uns alle die Frage, wie es mit der AvP Deutschland GmbH weitergeht und darüber hinaus, ob Sie kurzfristig mit Zahlungen der AvP Deutschland GmbH rechnen können.“

Mit der Frage nach der Zukunft des Unternehmens habe man sich am Montag ausführlich im Rahmen der ersten Sitzung des vorläufigen Gläubigerausschusses beschäftigt, zu dem auch Vertreter der Apotheker gehörten. „Aufgrund der zahlreichen Kündigungen und der finanziellen Risiken im Rahmen der Fortführung wurde entschieden, den Geschäftsbetrieb der AvP Deutschland GmbH mit Offizinapotheken einzustellen. Für künftige Leistungen der Apotheken kann die AvP Deutschland GmbH daher keine Rezepte mehr entgegenehmen. Das Unternehmen wird sich jedoch bemühen, noch ausstehende Rezeptabrechnungen zu erstellen und an Sie zu versenden.“

Derzeit prüfe man gründlich, ob die sich auf den Geschäftskonten befindlichen Guthaben Bestandteil einer Insolvenzmasse sind oder ob an diesen Aussonderungsrechte zungunsten der Apotheken bestehen. Außerdem prüfe man, wem die bei AvP befindlichen und noch nicht abgerechneten Rezepte zustehen und ob man diese herausgeben kann.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Unsicherheiten bei der Abrechnung
LAV warnt vor der Belieferung von E-Rezepten »
Weiteres
Genossenschafts- statt Privatbank
Neuer Vorstandschef für Apobank»
Kein Umverpacken wegen Securpharm
Reimporte: Überkleben bis zur Schmerzgrenze»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»