Berlin -

Abgelaufene Arzneimittel dürfen Apotheken selbstverständlich nicht an Kunden abgeben. Sie dürfen die Packungen aber auch nicht im normalen Lager haben. Weil das offenbar nicht für alle selbstverständlich ist, wurde die Verfalldatenkontrolle zu einem Schwerpunkt bei Revisionen. Vor allem die Kommissionierautomaten sind den Pharmazieräten ein Dorn im Auge – mit einer löblichen Ausnahme.

Beim Wareneingang werden alle Packungen gescannt und die entscheidenden Informationen des Arzneimittels automatisch in der Software hinterlegt – mit Ausnahme des Verfalls. Denn das Haltbarkeitsdatum ist aufgedruckt oder eingestanzt und daher im Barcode nicht enthalten. Der Verfall muss also händisch eingepflegt werden.

Aber genau diesen zusätzlichen Arbeitsschritt sparen sich anscheinend einige Apotheken: „Aufgrund des Kostendrucks und Personalmangels werden die Medikamente manchmal nur eingelagert und ein fiktives Verfalldatum vergeben“, berichtet ein Pharmazierat. „Die Apotheker gehen einfach davon aus, dass alle gelieferten Präparate mindestens ein halbes Jahr haltbar sind.“

Liegt ein Arzneimittel dann länger als sechs Monate im Generalalphabet, wird es kontrolliert und gegebenenfalls zum Großhandel retourniert. Das könne aber schon zu spät sein, so der Pharmazierat. Denn nicht selten habe die Ware schon beim Bezug eine kürzere Restlaufzeit. „Vor allem als Zweitlieferant missbrauchen Großhändler die Apotheken zur Lagerbereinigung“, sagt er. Die Packungen hätten nur eine sehr kurze Restlaufzeit. Ladenhüter lägen aber meist länger als ein halbes Jahr im Generalalphabet.

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