PoC-PCR: Vom Minusgeschäft zum Ladenhüter | APOTHEKE ADHOC
Zukunft ungewiss

PoC-PCR: Vom Minusgeschäft zum Ladenhüter

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Berlin -

Zunächst durften Apotheken keine Vor-Ort-PCR-Tests durchführen. Dann erhielten sie hierfür zwar die Genehmigung, aber vorerst keine Abrechnungsgrundlage – bis Januar konnten nur Selbstzahler bedient werden. Da die Geräte teuer in der Anschaffung sind, wurden in manchen Bundesländern Fördermöglichkeiten auf den Weg gebracht. Die Resonanz seitens der Apotheken war durchwachsen. Seit einigen Wochen ist es nun still um die PoC-PCR-Tests geworden.

Seit rund fünf Monaten besteht für Apotheken die Möglichkeit, PoC-PCR-Abstriche über die Coronavirus-Testverordnung (TestV) abzurechnen. Für jeden Abstrich kann die Apotheke 30 Euro in Rechnung stellen. Dieser Betrag führte bei vielen Inhaber:innen zu Enttäuschung und Wut, immerhin sind die benötigten Testkits kaum unter 30 Euro zu beziehen. Ein Minusgeschäft, wenn man die Anschaffungskosten und Personalkosten hinzurechnet, da sind sich Apotheker:innen und Standesvertretung einig.

Testkits weiterhin teuer

Geändert hat sich dennoch bisher nichts. Apotheken erhalten weiterhin 30 Euro je Testung. Auch wenn das Bundesgesundheitsministerium (BMG) im Januar angekündigt hatte, den Betrag zu erhöhen und gegebenenfalls an die Vergütung der medizinischen Labore (43,56 Euro) anzupassen – über den damaligen Referentenentwurf hinaus hat es der angehobene Betrag nicht geschafft. Darüber hinaus hätten sich auch die Preise für die Testkits indes kaum verändert. So teilt Abbott mit, dass es keine Preisentwicklung gab. Ausreichend Tests seien verfügbar, sodass Apotheken direkt beliefert werden könnten.

Wenig Förderanträge

Einige Bundesländer, darunter Baden-Württemberg und Niedersachsen, beteiligten sich an den Anschaffungskosten der hochpreisigen Geräte und offerierten Apotheken ein Förderprogramm. Das Sozialministerium Baden-Württemberg teilt mit, dass 135 Anträge auf Förderung für die Anschaffung von PCR-Geräten eingegangen sind. Beim Thema Vergütung macht das Ministerium deutlich, dass es für eine Erhöhung geworben hat: „Das Land hat sich in der Vergangenheit beim Bund dafür eingesetzt, dass Leistungen der PoC-PCR abgerechnet werden können und in diesem Zusammenhang auch verdeutlicht, dass eine Vergütung von 30 Euro als nicht ausreichend angesehen wird. Der Bund ist dieser Bitte um Nachsteuerung bisher jedoch nicht nachgekommen.“

In Niedersachsen wurden weniger Anträge gestellt. „Nach Auskunft der N-Bank (Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen) liegen 75 Anträge auf Förderung von PCR-Geräten vor. Da der Förderzeitraum befristet war, erwarten wir keine weiteren Anträge“, teilt eine Sprecherin des Sozialministeriums mit.

Im Herbst könnte das Thema Coronatests noch einmal an Bedeutung gewinnen. Ob die Politik dann bei der Vergütung nochmal nachjustieren wird, bleibt aktuell offen.

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