Fraunhofer-Forschungsprojekt

KI soll Apothekenlager steuern

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Berlin -

Personalkosten sind ein wichtiger Faktor in Apotheken, gleichzeitig belastet der Fachkräftemangel die Branche. Umso wichtiger ist es, das pharmazeutische Personal möglichst effizient einzusetzen – also in der Beratung am HV-Tisch. Um die Lagerhaltung und Bestellungen soll sich künftig möglichst eine Künstliche Intelligenz (KI) kümmern. So zumindest sieht es ein aktuelles Forschungsprojekt am Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS vor.

Wenn Vor-Ort-Apotheken mit ihren hohen Personalressourcen keinen Nachteil gegenüber Versandapotheken erfahren wollten, müssten sie ihre Abläufe und Finanzen möglichst effizient organisieren, heißt es in der Beschreibung des Projekts. Einerseits sollte möglichst wenig Kapital im Warenlager gebunden sein, zum anderen die pharmazeutisch tätigen Angestellten vor allem beim Kunden eingesetzt werden.

Bei dem Forschungsprojekt soll herausgefunden werden, wie Apotheken ihren Bedarf möglichst genau erkennen, mit den eigenen Beständen abgleichen und die Bestellungen – idealerweise automatisch – auslösen können. Das Konsortialprojekt unter der Leitung der Arbeitsgruppe für Supply Chain Services setzt auf eine optimierte Bestandsplanung mit Künstlicher Intelligenz.

KIBA optimiert das Warenlager

Die KI soll dabei helfen, „automatisiert optimale Entscheidungen zu treffen“. Das Projekt „KIBA“ (KI-basierte Bestandsplanung für Apotheken) berücksichtigt bei seinen KI-basierten Prognose sowohl saisonale Komponenten als auch wiederkehrende Muster, etwa die regelmäßige Abnahme durch Stammkunden. Ein mathematisches Optimierungsmodell verbinde anschließend diese Prognose mit anderen Restriktionen, unter anderem der Lagergröße, und liefere so optimale Bestellentscheidungen. So soll die Nachfrage auf Kundenseite direkt bedient werden können bei gleichzeitig minimierter Kapitalbindung im Lager.

Im Projekt wird zunächst mit einem sogenannten Demonstrator getestet. Inwiefern das Ergebnis auf andere Apotheken übertragen werden kann, sei eine weitere Forschungsfrage, heißt es. Projektpartner ist die Firma Trevisto als IT-Beratung. Als Anwendungspartner sind die ABF-Apotheke von Eva Schreier aus Fürth und die Kooperation Konzept-A sowie als Softwarepartner Noventi Teil des Konsortiums.

„KIBA“ läuft von 2022 bis 2024 und wird vom Bayerischen Wirtschaftsministerium und dem Bayerischen Verbundforschungsprogramm (BayVFP) „Digitalisierung“ gefördert. Erste Erkenntnisse zum Prognosemodell könnten Ende des Jahres vorliegen, das Optimierungsmodell ist der zweite Schritt im Projekt.

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