Inhaber fliegt aus Notdienst-Finder

Gesund.de gekündigt – Apotheke verschwunden

, Uhr
Berlin -

Grenzt gesund.de Apotheken aus, die sich von der Plattform verabschieden? Ein Inhaber aus Hannover hat diesen Verdacht: Er hatte bis Ende September das kostenlose Einstiegsangebot genutzt und dann gekündigt. Plötzlich waren seine beiden Apotheken aus dem Finder verschwunden. Er fragte nach, erhielt aber keine Antwort. Gesund.de beteuert, dass es sich um einen technischen Fehler handelt.

Die Plattform gesund.de kommt langsam in Fahrt, doch auch wenn die Teilnehmerzahlen steigen, gibt es Apotheken, die sich nach einer Erprobung gegen das Plattformangebot entscheiden. „Ich hatte das Angebot genutzt, die Plattform bis zum 30. September kostenlos zu nutzen, mich dann aber entschieden, dass ich sie nicht weiter nutzen will“, erzählt ein Apothekeninhaber aus Hannover, der anonym bleiben möchte. „Ich habe dem Ganzen nicht viele Chancen beigemessen und fand auch die App furchtbar. Das ist Work in Progress, aber alle haben das abgefeiert. Deshalb wollte ich dafür kein Geld zahlen.“ Außerdem habe er in seinem Umfeld keinen großen Druck gesehen, sich anzuschließen. „Ich sehe, dass um mich herum sehr viele Kollegen nicht dabei sind.“

Also eigentlich eine triviale Sache. Er kündigte und das Thema gesund.de war für ihn durch. Doch dann stellte er fest, dass seine beiden Apotheken aus dem Finder verschwunden waren. „Wir wurden nicht auf einen normalen Eintrag zurückgestuft, sondern komplett rausgeschmissen“, beklagt der Inhaber. Also wandte er sich an Noventi – dort hatte er damals noch für die Teilnahme unterschrieben. Doch dort verwies man ihn an die Gesundheit für Deutschland GmbH, die mittlerweile die Plattform führt. „Ich habe zweimal dorthin geschrieben und gefragt, ob das nur ein technischer Fehler ist oder Unternehmenspolitik, aber keine einzige Antwort bekommen.“

Er habe die Vermutung, dass es sich tatsächlich um Absicht handeln könnte – allein schon, weil er kein Statement von gesund.de erhalten hat. „In der Sache sollten sie Stellung beziehen. Wollen die alle ausknocken, die nicht mitmachen?“, so der Apotheker. Auf Anfrage erklärt gesund.de jedoch, dass es sich keineswegs um Firmenpolitik handele, sondern lediglich um einen technischen Fehler. „Auf dem Marktplatz von gesund.de sind prinzipiell alle Apotheken diskriminierungsfrei zu finden, so dass zum Beispiel die Funktionalität der Notdienstapotheken-Suche jederzeit gewährleistet ist“, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Kündigt eine Apotheke ihren Vertrag, dann werde das entsprechend umgesetzt und die Mehrwerte der Plattform werden für diese Apotheke wieder deaktiviert. „Sie wird dann aber weiterhin in der Notdienstapotheken-Suche angezeigt“, so die Sprecherin. „Sollte es in Einzelfällen zu Abweichungen kommen, kümmern wir uns natürlich gerne darum und werden mit den Apotheken die Ursachen beleuchten und eine fehlerfreie Anzeige sicherstellen.“

Der betroffene Apotheker ist allerdings weiter erbost darüber, dass er selbst keine Handhabe fand, das Problem zu lösen. „Klar kümmert man sich zu Beginn erst einmal um die Kundenakquise, aber es kann doch nicht sein, dass man vom Support überhaupt keine Antwort bekommt.“ Die Plattform müsse in der Sache Stellung beziehen, fordert er. „Die haben Marktmacht und wollen uns ihr Modell aufdrücken, wie man ja zuletzt bei Payback gesehen hat. Da will ich aber nicht mitmachen und ich weiß, dass das auch viele andere Kollegen nicht gut finden.“

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