Rezeptur-Retax

DAK: 1,77 + 1,77 = 7,08 Euro Nadine Tröbitscher, 29.11.2018 15:17 Uhr

Berlin - Rechenfehler bei der DAK: Der gesetzliche Kassenabschlag beträgt 1,77 Euro und wird sowohl für Fertig- als auch Rezepturarzneimittel abgerechnet. Die DAK wollte den Betrag gleich zweimal für ein- und dieselbe Zubereitung abrechnen – und kam in der Summe auf 7,08 Euro. Die Kasse sieht die Schuld bei der Rezeptprüffirma.

Seit 1. September ist die Gesellschaft für Statistik im Gesundheitswesen (GfS) für Retaxationen der DAK zuständig. Im aktuellen Fall wollte der Dienstleister mehr Geld eintreiben als zulässig. Die Apotheke hatte eine halbfeste Zubereitung zu Lasten der DAK abgerechnet. Der Preis wurde gemäß § 5 Arzneimittelpreisverordnung (AmPreisV) berechnet. Für die Rezepturbestandteile und die notwendigen Packmittel wurde ein Festzuschlag von 90 Prozent auf die Apothekeneinkaufspreise (ohne Umsatzsteuer) berechnet. Der Arbeitspreis betrug neun Euro, der Rezepturzuschlag schlug mit 8,35 Euro zu Buche.

Nach § 130 Sozialgesetzbuch (SGB V) fällt auch bei Rezepturen ein Apothekenabschlag – der Großkundenrabatt der Krankenkassen – von 1,77 Euro an. Bei der unverarbeiteten Abgabe beträgt der Apothekenabschlag 5 Prozent des Apothekenverkaufspreises. Im Gesetz ist zu lesen: „Die Krankenkassen erhalten von den Apotheken für verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel sowie für Zubereitungen nach § 5 Absatz 3 der AmPreisV [...] einen Abschlag von 1,77 Euro je Arzneimittel, für sonstige Arzneimittel einen Abschlag in Höhe von 5 vom Hundert auf den für den Versicherten maßgeblichen Arzneimittelabgabepreis.“

Im vorliegenden Fall hat die DAK der Apotheke den Abschlag von 1,77 Euro doppelt abgezogen und kommt in der Summe auf 7,08 Euro. Außerdem setzte die Kasse 1,79 Euro ab – als Korrektur des Abrechnungsbetrages entsprechend der Prüfung auf Preisbildung nach §§ 4 und 5 AmPreisV und Anlage 3 und 9 der Hilfstaxe. Im Gesamtergebnis ergibt sich ein Absetzungsbetrag von 8,87 Euro.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Interview Dr. Peter Schreiner und Antonios Vonofakos

Pro AvO: Eine Plattform kann doch jeder»

APOSCOPE-Digitalisierungsstudie

Bestellplattformen: Noweda-Zukunftspakt liegt vorn»

Mittelohrentzündung

Otofren: „Otovowen“ als Tablette»
Politik

Brandenburg

Kammer und Verband schreiben Brandbrief an ABDA»

Kein Rx-Boni-Verbot

Boni-Deckel: Revival für SPD-Vorschlag»

Westfalen-Lippe

Erste Online-Kammerwahl: Attacke auf ABDA»
Internationales

USA

Apothekenkette: Kahlschlag bei Rite Aid»

Österreich

Keine Zwangsmittagspause mehr für Apotheken»

Galenica

Schweiz: Apotheken verdrängen Drogerien»
Pharmazie

Ezetimib/Simvastatin

Inegy-Generika: Erfolg in zweiter Instanz für Stada»

Polypharmazie

„Viele wissen nicht, wofür sie was nehmen“»

Medizinalhanf

Drogenbeauftragte: Lobbyisten reden Patienten Cannabis ein»
Panorama

Dumm gelaufen

Einbrecher vergisst Einkaufstüten – und kommt zurück»

Parasiten

Erste Borreliose-Fälle in Thüringen»

Digitalisierung

Marketing in sozialen Medien: Ballett tanzen im Minenfeld»
Apothekenpraxis

Frühjahrsbevorratung verspätet sich

Cetirizin Hexal kommt später»

Zusatzempfehlungen

Apotheker coacht Kollegen: „Irgendwann platzt der Knoten“»

LABOR-Debatte

„Haben Sie noch eine Probe für mich?“»
PTA Live

Ausbildung

„PTA-Schüler bereuen Ausbildung nicht“»

Schweinfurt

PTA-Schule: „Wir haben uns hoffentlich endgültig erholt“»

Neues auf YouTube

Alchemilla und die Lifehacks»
Erkältungs-Tipps

Hausmittel

Propolis: Heilmittel aus dem Bienenstock»

Die Erkältungsknolle

5 Tipps für den Einsatz von Ingwer»

Hausmittel

Fünf Tipps zum richtigen Gurgeln»