Berlin -

Rechenfehler bei der DAK: Der gesetzliche Kassenabschlag beträgt 1,77 Euro und wird sowohl für Fertig- als auch Rezepturarzneimittel abgerechnet. Die DAK wollte den Betrag gleich zweimal für ein- und dieselbe Zubereitung abrechnen – und kam in der Summe auf 7,08 Euro. Die Kasse sieht die Schuld bei der Rezeptprüffirma.

Seit 1. September ist die Gesellschaft für Statistik im Gesundheitswesen (GfS) für Retaxationen der DAK zuständig. Im aktuellen Fall wollte der Dienstleister mehr Geld eintreiben als zulässig. Die Apotheke hatte eine halbfeste Zubereitung zu Lasten der DAK abgerechnet. Der Preis wurde gemäß § 5 Arzneimittelpreisverordnung (AmPreisV) berechnet. Für die Rezepturbestandteile und die notwendigen Packmittel wurde ein Festzuschlag von 90 Prozent auf die Apothekeneinkaufspreise (ohne Umsatzsteuer) berechnet. Der Arbeitspreis betrug neun Euro, der Rezepturzuschlag schlug mit 8,35 Euro zu Buche.

Nach § 130 Sozialgesetzbuch (SGB V) fällt auch bei Rezepturen ein Apothekenabschlag – der Großkundenrabatt der Krankenkassen – von 1,77 Euro an. Bei der unverarbeiteten Abgabe beträgt der Apothekenabschlag 5 Prozent des Apothekenverkaufspreises. Im Gesetz ist zu lesen: „Die Krankenkassen erhalten von den Apotheken für verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel sowie für Zubereitungen nach § 5 Absatz 3 der AmPreisV [...] einen Abschlag von 1,77 Euro je Arzneimittel, für sonstige Arzneimittel einen Abschlag in Höhe von 5 vom Hundert auf den für den Versicherten maßgeblichen Arzneimittelabgabepreis.“

Im vorliegenden Fall hat die DAK der Apotheke den Abschlag von 1,77 Euro doppelt abgezogen und kommt in der Summe auf 7,08 Euro. Außerdem setzte die Kasse 1,79 Euro ab – als Korrektur des Abrechnungsbetrages entsprechend der Prüfung auf Preisbildung nach §§ 4 und 5 AmPreisV und Anlage 3 und 9 der Hilfstaxe. Im Gesamtergebnis ergibt sich ein Absetzungsbetrag von 8,87 Euro.

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