Cannabis in der Apotheke: Außer Spesen nichts gewesen?

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Die Einsparungen tragen laut Staffeldt zu 100 Prozent die Apotheker; die anderen Marktteilnehmer müssten jetzt sehen, wie sie medizinisches Cannabis attraktiv hielten. „Vor allem bei Selbstzahlern mit geringen Mengen gibt es kein Einsparpotential. Bei den ersten 15 Gramm sind es im Endeffekt die gleichen Preise. Höchstens bei einer teuren Sorte ist die Marge etwas höher für die Apotheke.“

Mit der neuen Preisgestaltung werde der initiale Zugang erschwert. Denn Ärzte stellten zu Beginn der Therapie oft ein Privatrezept aus, um die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der Sorten zu testen. „Über die Absicht, warum die Mischkalkulation nun so gestaltet wurde, dass mit steigender Menge die Marge sinkt, kann ich auch nur spekulieren“, so Staffeldt. „Es gibt Berichte von Kollegen, die wenige Patienten versorgt haben und die Versorgung einstellen, weil sich der Aufwand für sie nicht mehr lohnt.“

Dennoch sind laut aposcope-Studie viele Apotheker dem Thema Cannabis gegenüber positiv eingestellt: 57 Prozent sehen in dem Bereich einen Zukunftsmarkt für die Apotheke (Vorjahr: 66 Prozent). 68 Prozent sind überzeugt, dass der Markt in den nächsten drei Jahren wachsen wird (Vorjahr: 74 Prozent).

Weitere Themen der Studie sind neben der Einstellung zu Cannabis als Therapieoption und den Herausforderungen bei der Rezeptbelieferung unter anderem die Bereiche Information/Fortbildung, Organisation im Team und Zusammenarbeit mit Ärzten. Außerdem wurden im Detail die Meinungen der Panelisten zu den verschiedenen Anbietern abgefragt. Für die Studie von apsocope wurden vom 20. bis 21. April 2020 insgesamt 505 verifizierte Apotheker*innen und PTA online befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Apothekenlandschaft. Das Panel von aposcope besteht aus mehr als 2000 verifizierten Apothekerinnen, Apothekern und PTA. Die Studie kann hier bestellt werden.

 

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