Apotheker als pharmazeutischer Leiter im Impfzentrum

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Doch auch umgekehrt könne etwas schiefgehen: „Manchmal stehen hier Menschen mit der offiziellen Bestätigung in der Hand und stehen dann aber nicht auf der Liste. Die schicken wir ja nicht wieder nach Hause.“ Genauso solle es eigentlich denjenigen ergehen, die – aus welchem Grund auch immer – nicht zu ihrem Termin erscheinen können. „Da sagt die Politik, die können dann am nächsten Tag kommen und werden trotzdem geimpft. In manchen Ecken sind aber schon mal 30 Prozent nicht gekommen, das muss man dann erst mal einplanen. Das sind immer so Sprüche von Politikern, die sich nicht mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandergesetzt haben.“

Hinzu komme wie vielerorts das Problem übriger Impfdosen aufgrund nicht wahrgenommener Termine. „Wir sind ein kleines Impfzentrum und haben oft nur Einzeldosen übrig, das versuchen wir dann auf dem kurzen Dienstweg zu klären und fragen erst einmal, wer sich im Team vor Ort impfen lassen möchte. Dann stellt sich aber wieder direkt die Frage nach der Zweitimpfung. Das ist schwierig, aber wir haben es bisher immer gut hingekriegt.“ Auch er selbst habe auf diesem Weg bereits die beiden Impfungen erhalten. Mittlerweile habe der Kreis Olpe angefragt, Nachrückerlisten anzufertigen, um übriggebliebenen Impfstoff kurzfristig verabreichen zu können.

Er selbst habe nur nach der Erstimpfung mit etwas Müdigkeit zu kämpfen gehabt, nach der zweiten sei er beschwerdefrei geblieben. Das geht jedoch längst nicht allen so. Insbesondere beim AstraZeneca-Impfstoff zeige sich mittlerweile, dass Nebenwirkungen wohl häufiger und schwerer sind als angenommen. So sei erst kürzlich eine lokale Feuerwehr geimpft worden – und am Folgetag 30 Prozent der geimpften nicht arbeitsfähig gewesen. Auch so etwas müsse man nun bei der Terminvergabe verstärkt einplanen. „Wenn man Einrichtungen impft, geht man deshalb mittlerweile dazu über, nicht mehr am selben Tag alle Einsatzkräfte zu impfen.“

Einer der Gründe, warum vor allem bei den Terminen oft solche Probleme herrschen: In den Impfzentren läuft kaum etwas digital. Die Helfer vor Ort arbeiten mit ausgedruckten Listen, die sie dann abhaken müssen. Geht etwas schief, ist ein Termin falsch verbucht oder es gibt andere Probleme, muss alles händische weitergemeldet und korrigiert werden. In Echtzeit erfährt niemand, was auf der Liste der anderen los ist. „Das sind Strukturen, die man lange vorher hätte aufbauen müssen, aber das haben wir hierzulande nicht“, sagt Ullenboom. „Das sind oft ganz banale Dinge wie fehlendes WLAN. Man kann ja nicht immer überall ein Kabel hinziehen.“

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