Rekonstitution

Kammerpräsident will im Impfzentrum helfen

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Berlin -

Tausende Apotheker und PTA stehen bundesweit bereit, um in Impfzentren anzupacken. Einer von ihnen ist Peter Stahl. Der Kammerpräsident aus Rheinland-Pfalz geht mit gutem Beispiel voran und hat sich als Helfer gemeldet. Aktuell wird aufgrund der Knappheit nur in Pflegeheimen geimpft – erst ab Mitte Februar soll es in den Zentren weitergehen. Der Inhaber der Sonnen-Apotheke in Neustadt an der Weinstraße ist entschlossen.

Die Kammer hatte Pharmazeuten und PTA aufgerufen, als freiwillige Helfer die Aufbereitung des Impfstoffes in den 31 Impfzentren des Bundeslandes zu übernehmen. „Rund 1300 Kollegen haben sich gemeldet“, freut sich Stahl. Auch er zögerte nicht lange und trug sich in die Liste ein. „Berufen bin ich aber noch nicht“, sagt er. Für ihn ist es wichtig, einen Beitrag in der Pandemie zu leisten.

Dass Stahl noch nicht aktiv in den Zentren tätig ist, hat mehrere Gründe. „Viele Kollegen sind bereits eingearbeitet“, sagt er. Allerdings gibt es in Rheinland-Pfalz – wie in anderen Bundesländern auch – derzeit nicht genug Impfstoff. Deshalb wird dort zunächst priorisiert mit mobilen Impfteams weiter in Senioreneinrichtungen geimpft. „Man versucht, die Heime komplett durchzuimpfen.“ Mancherorts erhielten Bewohner bereits ihre zweite Dosis.

Von offizieller Seite aus hoffe man, Mitte Februar in den Zentren impfen zu können, so Stahl. Nach aktuellen Planungen können pro Impfstraße täglich 200 Menschen geimpft werden. Das entspricht 7200 am Tag. „Ich finde es nicht so schlimm, noch nicht berufen worden zu sein, weil ich genug zu tun habe“, sagt er. Sobald die Anfrage komme, werde er jedoch kurzfristig einsteigen. Stahl, der auch Pharmazierat ist, betont, dass die Aufsichtspflicht durch einen Apotheker auch weiterhin immer gewährleistet sein muss. Ein Apothekenleiter könne nicht einfach seinen Betrieb schließen und im Impfzentrum helfen – außer am Samstagnachmittag und Sonntag. „Sonst gibt es keine Ausnahme von der Aufsichtspflicht.“

 

Die Organisation des Dienstplanes bleibe jeder Apotheke selbst überlassen, so Stahl. Es gebe von der Kammer auch keine konkreten Vorgaben, ob der Ausfall der Angestellten weiter entlohnt werden solle. „Ob ein Mitarbeiter in der Freizeit oder während der Arbeitszeit hilft, muss im Einzelfall besprochen werden.“ Dies gelte auch für die Vergütung. „Das bekommt man im guten Miteinander im Team hin“, ist er sich sicher. In Rheinland-Pfalz soll in zwei Schichten geimpft werden.

Für den Zeitraum der Tätigkeit im Impfzentrum besteht für die Freiwilligen ein Versicherungsschutz. Um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten, informierte die Kammer in einem Rundschreiben darüber, dass angestellte Apotheker und PTA, die während ihrer regulären Arbeitszeit in den Impfzentren tätig sind, von ihrem Arbeitgeber unbezahlt freigestellt werden können. Sie erhalten dann die für das Impfzentrum vorgesehene Vergütung. Dieses Vorgehen ist mit der Kammer abgestimmt.

Das pharmazeutische Personal soll den Impfstoff verdünnen und auseinzeln. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer und Moderna ist in den Impfzentren aus Mehrdosenbehältnissen pharmazeutisch zu rekonstituieren. Aufgerufen waren nicht nur Kollegen aus der Offizin, sondern auch aus der Verwaltung, Industrie, aus Universitäten, Kliniken oder der Bundeswehr. Auch andere Kammern haben Aufrufe gestartet – in Nordhrein und Westfalen-Lippe haben sich rund 3000 Apotheker und 2000 PTA für die Mithilfe in Impfzentren gemeldet. Die Aufbereitung erfolgt bundesweit nicht einheitlich. In Kiel unterstützt beispielsweise die Klinikapotheke des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) bei der Aufbereitung des Wirkstoffes.

 

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