ABDA: Beratungstipps für „Pille danach“

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Berlin -

Die Bundesapothekerkammer (BAK) hat Handlungsempfehlungen zur rezeptfreien Abgabe von Notfallkontrazeptiva veröffentlicht. Die „Pille danach“ soll persönlich an die Frau abgegeben werden – auch die Beratung soll persönlich erfolgen. Das Präparat soll nicht „auf Vorrat“ abgegeben werden; sollte dies im Einzelfall erforderlich sein, sei ein Arztbesuch zu empfehlen. Als Unterstützung hat die BAK eine Checkliste für die Abgabe entwickelt, in der die wichtigsten Punkte dokumentiert werden können.

Die Apotheker sollen demnach zunächst das Alter der Patientin erfassten. Bei der Abgabe an Minderjährige empfiehlt die BAK schriftliche Aufzeichnungen über Datum, Uhrzeit, Inhalt der Beratung und Abgabe beziehungsweise Nichtabgabe. Dabei ist die Selbstauskunft der Frau über ihr Alter entscheidend – nach dem Ausweis müssen Apotheker also nicht fragen. Minderjährigen sollte immer ein anschließender Arztbesuch empfohlen werden. Die Abgabe an Mädchen unter 14 Jahren ohne das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten wird nicht empfohlen.

Anschließend sollte nach dem Grund für die Notfallkontrazeption gefragt werden – Geschlechtsverkehr ohne Verhütung, Versagen einer Barrieremethode oder eine vergessene „Pille“. In dem Beratungsleitfaden wird erklärt, wie andere Verhütungsmethoden funktionieren, wann die Notwendigkeit eines Notfallkontrazeptivums besteht und wann nicht.

Auch für die Auswahl eines Präparats gibt es eine Entscheidungshilfe: Liegt der ungeschützte Geschlechtsverkehr weniger als 72 Stunden zurück, können demnach Produkte mit den Wirkstoffen Levonorgestrel oder Ulipristal abgegeben werden, danach nur noch Ulipristal (EllaOne). Das Notfallkontrazeptivum sollte so früh wie möglich angewendet werden, bestenfalls innerhalb von zwölf Stunden.

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