„Ich hätte ihm die Sachen gleich um die Ohren hauen sollen“

2000 Euro für Beratung: Versicherungsmakler verklagt Apotheker

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Berlin - Dienstleister, Versicherungen, Krankenkassen: Als Apothekeninhaber hat man mit allerlei Leuten Kontakt, die etwas von einem wollen – nicht zuletzt Geld an einem verdienen. Apotheker Hans-Dieter Liebe aus Baesweiler musste lernen, wie wichtig es ist, dabei auf der Hut zu sein: Seit über einem Jahr schlägt er sich mit einem Versicherungsmakler herum und will andere privat Versicherte warnen.

Dass Liebe nicht zu Versicherungsabenteuern neigt, zeigt eigentlich schon seine Bilanz: Seit 40 Jahren ist der Inhaber der Brunnen-Apotheke im rheinischen Baesweiler bei der Allianz versichert, und das, obwohl er nach eigener Auskunft nicht mal rundum zufrieden ist. „Mich hat schon lange gestört, dass ich ständig von anderen Niederlassungen betreut werde“, sagt der 71-Jährige. Und schien es auch nicht ungewöhnlich, dass ihn im vergangenen Herbst ein bis dato unbekannter Versicherungsmakler kontaktierte, der in Baesweiler eine Agentur betreibt.

„Er hat mir einen Prämienwechsel vorgeschlagen, angeblich sollte ich dabei gleiche Leistungen für weniger Geld erhalten“, erzählt er. „Ich habe ihm aber gesagt, dass ich nicht interessiert bin.“ Doch so einfach war es nicht, der Makler ließ nicht locker, rief immer wieder an „und schickte sogar seine attraktive türkische Mitarbeiterin vorbei“, wie sich Liebe erinnert. „Irgendwann kam er dann auch persönlich in die Apotheke und steckte seinen Kopf hier rein. Da ich ein höflicher erzogener Mensch bin, habe ich ihn nicht gleich rausgeschmissen.“ Das hätte er aber besser, denn mit dem Besuch begann der Ärger erst richtig.

Denn der Makler hielt Liebe eine schriftliche Vereinbarung unter die Nase, laut der er nach Möglichkeiten suchen solle, Liebes Versicherungskosten zu senken und im Gegenzug ein Honorar erhalte, das 50 Prozent des eingesparten Betrages plus Mehrwertsteuer betragen solle. Der entscheidende Punkt stand im sprichwörtlichen Kleingedruckten: Das Honorar solle nicht erst im Falle eines Tarifwechsels fällig werden, sondern schon durch das bloße Angebot und unabhängig von sonstigen Änderungen des Tarifs. Doch Liebe reagierte geistesgegenwärtig und ergänzte handschriftlich zwei Sätze, bevor er unterschrieb: „Der Auftraggeber behält sich vor, den Tarifwechsel im Detail zu prüfen. Nur dann wird die Verpflichtung zur Honorarzahlung fällig.“ Das sollte sich noch auszahlen.

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