Wegen Spahn-Gesetz: AOK streicht Sonderregeln

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Berlin - Wegen Corona dürfen Apotheken die rigiden Abgaberegeln flexibler handhaben und Packungsgrößen, Dosierungen und sogar Wirkstoffe austauschen. Weil diese gesetzlich eingeräumten Möglichkeiten weiter gehen als das, was Apotheker und Kassen Ende März vereinbart hatten, werden die ursprünglichen Sonderregelungen jetzt gestrichen.

So hat in Sachsen die AOK Plus ihre Vereinbarung mit dem Sächsichen Apothekerverband (SAV) beendet. Nur eine Regelung bleibt in Kraft: Es geht um den Austausch von Arzneimitteln, die auf der Substitutionsausschlussliste stehen. Auch hier ist eine Substitution von Hersteller und Stückzahl bei Nichtverfügbarkeit in der Apotheke möglich, allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Die Rücksprache ist mit Datum und Unterschrift zu dokumentieren, außerdem ist die Sonder-PZN für die Akutversorgung (02567024 und Faktor 5 oder 6) aufzubringen.

„Der Austausch eines ärztlich verordneten Arzneimittels soll sich grundsätzlich an den gesetzlichen und rahmenvertraglichen Regelungen orientieren, um eine therapeutische Vergleichbarkeit zum ärztlich verordneten Arzneimittel zu gewährleisten und die Verordnungshoheit des Arztes nicht in Frage zu stellen“, schreibt der SAV.

Erleichterte Abgabe

Im Zuge der Eilverordnung gibt es Ausnahmen vom Sozialgesetzbuch (SGB V). Ist das abzugebende Arzneimittel nicht vorrätig, darf ein wirkstoffgleiches in der Apotheke vorrätiges Arzneimittel abgegeben werden. Ist dies nicht der Fall, aber das abzugebende oder ein wirkstoffgleiches Arzneimittel lieferbar, soll das abzugebende oder – wenn dieses nicht lieferbar ist – ein wirkstoffgleiches Arzneimittel bestellt und abgegeben werden. Ist weder das abzugebende noch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel vorrätig oder lieferbar, dürfen Apotheken nach Rücksprache mit dem Arzt ein pharmakologisch-therapeutisch vergleichbares Arzneimittel abgeben – dies ist auf dem Arzneiverordnungsblatt zu dokumentieren.

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