Urea: Die Kasse zahlt

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Berlin - Individualrezepturen beinhalten nicht immer verschreibungspflichtige Arzneistoffe. Liegt ein Kinderrezept vor, ist die Frage der Erstattung schnell beantwortet. Bei einer Verordnung für einen Erwachsenen lohnt ein Blick in die OTC-Ausnahmeliste.

Rezepturen sind für Erwachsene ab 18 Jahren grundsätzlich nicht mehr verordnungs- und erstattungsfähig. Zuvor gilt für Kinder bis zum vollenden 12. Lebensjahr und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis 18 Jahren eine Kostenübernahme von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Enthält eine Rezeptur keine verschreibungspflichtigen Bestandteile, kann diese jedoch bedingt erstattungsfähig sein, wenn der Inhaltsstoff in der Anlage I zum Abschnitt F der Arzneimittelrichtlinie aufgeführt ist.

In der OTC-Ausnahmeliste sind Non-Rx-Wirkstoffe gelistet, die zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Die Liste wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erstellt. Aufgeführt sind Harnstoff-haltige Dermatika mit mindestens 5 Prozent Wirkstoff, „nur bei gesicherter Diagnose bei Ichthyosen, wenn keine therapeutischen Alternativen für den jeweiligen Patienten indiziert sind“, so die OTC-Ausnahmeliste.

Eine Ausnahme vom Verordnungsverbot gilt auch für topische Anästhetika und/oder Antiseptika sowie Iod-Verbindungen zur Behandlung von Ulcera und Dekubitalgeschwüren. Salicylsäure-haltige Zubereitungen sind ab einer Konzentration von mindestens 2 Prozent auch für Erwachsene erstattungsfähig, wenn diese Teil der Psoriasis-Behandlung oder der Therapie von hyperkeratotischen Ekzemen sind. Außerdem zu finden sind synthetischer Speichel und Zubereitungen mit Nystatin.

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