Nur Levothyroxin-Natrium ist nicht genug

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Berlin - Apotheken unterliegen der Pflicht auf Austausch: Unter Beachtung der Rabattverträge muss das kostengünstige Generikum abgegeben werden. Von dieser Pflicht kann nur das Aut-idem-Kreuz entbinden – und die Substitutionsausschlussliste.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bestimmt bereits seit etwa vier Jahren, welche Arzneistoffe in die Substitutionsausschlussliste aufgenommen werden. Die Experten sollen vor allem Wirkstoffe mit einer geringen therapeutischen Breite berücksichtigen. Das bedeutet, dass bereits eine geringfügige Dosisänderung oder der Wirkstoffkonzentration klinisch relevante Veränderungen nach sich ziehen kann. Zudem gelten weitere Kriterien. Ziel ist es, die Therapiesicherheit zu gewährleisten und negative Effekte, die eine Umstellung auf ein anderes Arzneimittel nach sich ziehen kann, auszuschließen.

Ein Austausch kann ausgeschlossen werden, wenn das wirkstoffgleiche Arzneimittel begründete relevante klinische Beeinträchtigungen verursachen kann, die nicht nur patientenindividuell sind. Sieht die Fachinformation Anforderungen zur Therapiekontrolle vor, aus denen sich ableiten lässt, dass das Ersetzen durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel nicht ohne ärztliche Kontrolle möglich ist, kann sich der Arzneistoff ebenfalls in die Liste einreihen. Ein Austausch von Original und Reimport ist dagegen möglich, da diese als identische Arzneimittel angesehen werden.

Ärzte müssen bei Arzneistoffen, die in der Substitutionsausschlussliste zu finden, eine eindeutige Verordnung ausstellen – eine Wirkstoffverordnung ist nicht zulässig. Der Mediziner muss den vollen Namen und den Hersteller des Arzneimittels oder die PZN rezeptieren. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich laut Gesetz um eine unklare Verordnung, deren Belieferung eine Abklärung vorangehen muss – es wird ein neues Rezept benötigt.

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