Medikationsplan: Theorie und Praxis

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Berlin - Der Medikationsplan soll Apothekern und Ärzten die Beratung beziehungsweise Verordnung erleichtern und die Sicherheit erhöhen. Das funktioniert aber nur, wenn er stets gepflegt und auf dem neuesten Stand gehalten wird. Eine Studie von Apothekern aus Westfalen-Lippe zeigt, dass die Pläne oft lückenhaft sind und dass kein Abgleich stattfindet. Unter die Lupe wurden etwa 500 Datenblätter genommen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen“ veröffentlicht.

Die aktuelle Medikation der Patienten wurde mit der vorhandenen Medikationsliste verglichen. Die Querschnittstudie ergab: „Keine der 399 Medikationslisten enthielt für alle Arzneimittel Informationen in den einzelnen Kategorien der bundeseinheitlichen Vorgabe.“ Lediglich in etwa 30 Prozent der Fälle wurde das verwendete Fertigarzneimittel namentlich angegeben. In fast jedem vierten Fall stimmten das angegebene und das tatsächliche Fertigarzneimittel nicht überein.

Wirkstoff und Name des Arzneimittels wurden häufig vertauscht. Auf jedem dritten Medikationsplan fehlte die Dosierung. Auf acht von zehn Plänen gab es keine Angabe zur Arzneiform, auf neun von zehn Datenblättern fehlten die Indikation und die Einnahmehinweise für die verordneten Arzneimittel. Die Pläne waren im Durchschnitt 4,5 Monate alt mit einer Spanne von null bis zwölf Monaten.

Ein Medikationsplan in diesem Zustand kann den Autoren zufolge seinen Zweck der Patientensicherheit nicht erfüllen. Die Arzneimittelsicherheit könne ebenfalls nicht gestärkt werden. Es bedürfe einer intensiven und stetigen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheke, um die Anforderungen umzusetzen. Der Patient sollte in die Pflege des Mediaktionsplans miteinbezogen werden. Eine Aktualisierung sollte spätestens alle drei Monate erfolgen, im Idealfall bei jeder Änderung. Geht man nach der Studie, wird dem Medikationsplan in der Praxis wenig Beachtung geschenkt und sein Potential kaum genutzt.

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