Ärzte: Softwarehäuser zocken uns ab

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Berlin - Seit dem 1. Oktober haben Patienten mit drei und mehr regelmäßigen Medikationen einen Anspruch auf Erstellung eines Medikationsplans. Nicht bekannt ist, wie der Medikationsplan in Arztpraxen und Apotheken angenommen wird: Bei den Kassenärzten liegen noch keine der Zahlen vor. Stattdessen beklagt sich der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, über die hohen Preise der Softwareanbieter und wirft ihnen „Umsatzmaximierung“ vor.

Die Einführung des Medikationsplans sei ein gesetzlicher Auftrag gewesen, den KBV und die Partner der Selbstverwaltung umgesetzt hätten, so die KBV. Leider sei das Preisgebahren der Praxissoftware-Anbieter aber „sehr unterschiedlich ausgeprägt“. Während einige Anbieter die notwendigen Anpassungen der Software kostenlos umsetzten, erhöben andere teilweise „erhebliche Kosten“. Gassen: „Den Auftrag des Gesetzgebers im Rahmen des eHealth-Gesetzes haben wir pünktlich erfüllt, vor allem deshalb, weil der Medikationsplan dem Patienten zugute kommt.“

Es könne nun aber nicht sein, dass so manches Unternehmen auf der Seite der Praxissoftwarehersteller viel Geld von den niedergelassenen Ärzten verlange, die notwendigen Änderungen in die Praxis-Verwaltungs-Systeme einzupflegen. Zur Höhe der Preisforderungen will sich die KBV nicht äußern: „Wir mischen uns in die Preisgestaltungen nicht ein. Es geht aber um die Verhältnismäßigkeit“, so ein KBV-Sprecher. Die Rede ist aber von bis zu mehreren Hundert Euro für die notwendige Aktualisierung der Praxissoftware.

„Immerhin handelt es sich hierbei um einen gesetzlichen Auftrag, dessen Erfüllung nun nicht der Umsatzmaximierung einiger Anbieter dienen darf – und zwar auf Kosten der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Ich appelliere an die Hersteller, ihre Preispolitik im Falle des Medikationsplans zu überdenken“, so Gassen weiter. Leider dürfe die KBV keine eigenen Software entwickeln.

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