Engpass: Neues Rezept oder altes abrechnen?

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Berlin - Lieferengpässe sind an der Tagesordnung. Ob und wann beispielsweise Ibuprofen 800 mg oder Valsartan wieder vollumfänglich lieferbar sein werden, weiß niemand genau. Unter Umständen kann die Abgabefrist bei Eingang der Lieferung abgelaufen sein. Muss die Apotheke in diesem Fall ein neues Rezept anfordern?

Rezepte auf Muster-16-Formular können je nach Bundesland und Krankenkasse 28 beziehungsweise 30 Tage zu Lasten der Kostenträger beliefert werden. Für beispielsweise Retinoide- oder Entlassverordnungen gelten jedoch gesonderte Regelungen. auch für BtM- und T-Rezepte gelten spezielle Regelungen.

Ist ein Arzneimittel jedoch nicht lieferbar und kann nicht in der vorgegebenen Frist abgegeben werden, kann die Verordnung auch nach Ablauf der Frist bei den Kassen eingereicht werden. Druck- und Abgabedatum müssen in diesem Fall übereinstimmen und eine schriftliche Dokumentation auf der Verordnung vorgenommen werden. Diese soll erläutern, warum sich die Abgabe in der Apotheke verzögert hat. In der Praxis wird dies beispielsweise vereinzelt bei Verordnungen über Desensibilisierungen oder Kompressionsstrümpfe umgesetzt.

Die Apotheke sollte zudem den Defektbeleg vom Großhandel oder dem Hersteller dokumentieren. Wird die Frist jedoch um mehrere Monate überschritten, ist es ratsam, eine neue Verordnung anzufordern. Denn am Ende entscheiden die Kassen über Retax oder nicht.

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